Nach Süden, nach Süden

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Nach Süden, nach Süden

Die Sächsische Staatskapelle muss noch bis Mitte Januar auf ihren neuen Orchesterdirektor warten. Und nun die gute Nachricht: Mit dem Briten Adrian Jones ist ein Nachfolger für Jan Nast gefunden worden. Wir erinnern uns: Nast ist von der jüngsten Asien-Tournee des Orchesters nicht noch einmal nach Dresden zurückgekehrt, sondern direkt in die österreichische Hauptstadt geflogen, wo er zum 1. Oktober sein neues Amt als Intendant der Wiener Symphoniker angetreten hat. Der gebürtige Berliner bekleidete 22 Jahre lang die Position des Kapell-Direktors. So lange wird das vermutlich nicht so bald wieder wer aushalten.

Diesem Kurs Richtung Süden folgt nun auch der noch beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) verpflichtete Adrian Jones, dessen Nachfolge an der Spree erst zum 1. Dezember unter Vertrag sein wird. Allerdings hat der 1967 in Großbritannien geborene Jones in seiner Vita bereits zahlreiche Stationen vorzuweisen. Aufgewachsen in Südafrika, studierte er anschließend Violoncello in Freiburg im Breisgau und war bis 2001 in verschiedenen Orchestern als Cellist tätig. Seitdem widmet er sich dem Kulturmanagement und arbeitete erst als Assistent der Geschäftsführung von Columbia Artists Management in Berlin, leitete dann bis 2007 die Künstlerische Produktion beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München und war anschließend Referent der Intendanz der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin (ROC). Seit 2011 ist er Orchesterdirektor, zunächst an der Deutschen Oper Berlin, von 2017 an beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB).

Nachdem diese Personalie nun nicht mehr nur eingeweihte Spatzen von den Dächern pfeifen, lief heute auch die professionelle Kommunikationsmaschinerie an und zitierte den Chefdirigenten des Orchesters ebenso wie den Intendanten der Oper mit routiniert klingenden Statements.

Christian Thielemann:

„Ich freue mich, dass mit Adrian Jones eine kompetente Neubesetzung für die Position des Orchesterdirektors der Staatskapelle Dresden gefunden wurde. Mit seinen Erfahrungen als Orchesterdirektor, unter anderem an der Deutschen Oper Berlin, wird er das Profil und internationale Ansehen des Orchesters aufs Beste weiter entwickeln.“

Peter Theiler:

„Mit dem Engagement von Adrian Jones konnte die Stelle des Orchesterdirektors der Sächsischen Staatskapelle Dresden kompetent und umsichtig wieder besetzt werden. Die Erfahrungen der Führung und Organisation eines großen Klangkörpers – sowohl an der Deutschen Oper Berlin als auch beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – insbesondere aber seine internationale Vernetzung sowie künstlerische und administrative Kompetenz werden zur weiteren Profilierung unserer Staatskapelle beitragen.“

Und auch der neue Orchestervorstand kann sich über die Neubesetzung nur freuen:

„Die Staatskapelle Dresden heißt ihren neuen Orchesterdirektor Adrian Jones herzlich willkommen! Wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.“

Da musste natürlich auch Adrian Jones selbst mit einstimmen:

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe an diesem renommierten Haus in der Kulturstadt Dresden und blicke der Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskapelle, die als erstklassiges Orchester von Weltrang für eine über 470-jährige Klangtradition steht, und ihrem Chefdirigenten Christian Thielemann gespannt und mit großer Begeisterung entgegen.“

»Musik in Dresden« schließt sich dem gerne an und sagt: „Herzlich willkommen in Dresden.“ Wie lange wird es dauern, bis wir ein erleichtertes „Angekommen!“ nachschieben? Nun – mindestens bis Januar…

18.10.2019Allgemein, Kolumnen