Acht Wagnersänger, deren Namen mit F beginnt, habe ich diese Woche ausgegraben. Unbekannte, ungewöhnliche Stimmen sind darunter – aber auch die großen, Gottlob Frick, der „schwärzeste aller Bässe“, und natürlich: Kirsten Flagstad.
Kolumnen
Dresdens Staatskapelle ist auf Einkaufstour. Sie hat die Herzen des Salzburger Osterfestspiel-Publikums erobert. Und die Konten der Förderer dieses elitären Festivals sinnvoll geplündert. Ganz nebenbei hat das Orchester auch noch Außenpolitik und Dresden-Werbung betrieben, wie es kein Bundesminister und schon gar kein Stadtmarketing je zustande bringen würden. Da soll mal wer nörgeln à la „Was das wieder kostet!“ Der hat die Investition in die Zukunft schlicht nicht erkannt.
Achtung: Morgen wird’s dunkel. An den Kulturbetrieben geht das Licht aus, jedenfalls außen. Ausnahmsweise sind es mal nicht die tollwütigen Sparfüchse der Politik, die Kulturraubbau mit Konsolidierung verwechseln, sondern die Verantwortlichen in den Kulturhäusern selbst. Alle Achtung.
Der Buchstabe E führt uns dreimal tief und einmal hoch: zu Simon Estes, dem Bassbariton, Bernd Elze und Helmut Eyle, zwei Bässen und Werner Enders, einem außergewöhnlichen Charakter-Tenor.
Es war ja irgendwie doch zu erwarten, das Heraufdräuen dieses erzhaften Jahrs 2013, das den 200. Geburtstag des Wagner-Richards geradezu in sich hortet und voller Visionen ins immer schon Dagewesene steckt. Dass es ausgerechnet in einer Wagner-Stadt so augenscheinlich unerwartet daherkommt, überrascht.
Eine Platte in einer grünen Hülle, meine erste Opernplatte, ich habe sie noch immer. Wenn ich höre, wie Ludmila Dvoráková „Mild und leise, wie er lächelt“ singt, wie kraftvoll ihr „Ewig war ich“ klingt oder eben jenes grandiose Finale der „Götterdämmerung“, „Starke Scheite schichtet mir dort…“, dann lächle ich auch, mild und leise, vor allem aber sehr dankbar.
Heute blicken wir über Dresdens Tellerrand hinaus: die hohen „C“s in meinem Wagnersänger-Alphabet habe ich außerhalb der Freistaatsgrenzen gehört.
Erst mal einen Schnaps, eine Zigarette und noch eine. Ich komme gerade aus der Staatsoper, Premiere in der Semperoper, Puccini, »Manon Lescaut«.
Und die Dresdner Zwingerfestspiele sind doch etwas wert gewesen! Erwartungsgemäß natürlich nichts, aber auch gar nichts im Sinne der Obeuse und weiterer Festspiel-Verfechter. Das war ja allerspätestens nach dem desaströsen Ergebnis der millionenschweren Bemühungen um Augusts Kasperletheater in Zwingergeviert klar. Im Nachwaschgang spülte das haarige Drama aber zehntausend Schweizer Franken nach Dresden. Glückwunsch!