Richard Wagner, Richard Strauss – die beiden Jubilare der vergangenen zwei Jahre hätten kaum einen Anlass gebraucht, um (zumal in Dresden!) gefeiert zu werden. 2015 wird alles anders: die beiden Richards bleiben präsent und neue Jubilare kommen ins Spiel.
Kolumnen
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und damit steht die Frage: Sind nun schon alle Sträusse ausgefochten? Richard Strauss, der große Opernjubilar von 2014, ist noch nicht ausgefeiert!
Keiner konnte damals jubeln nach dieser Dresdner Premiere: In „Fragmente Winterreise“, zu Liedern aus Schuberts Zyklus, versagte Uwe Scholz seinem Tänzer die sonst für seine Choreographien üblichen, in die Höhe gewandten Bewegungen. Wer später, nach dem Tod von Uwe Scholz, dabei war, als Derevianko sich in der Leipziger Oper im Gedenken an ihn noch einmal auf diese fragmentarische Winterreise begab, konnte erahnen, wie weit sich Uwe Scholz schon ein Jahr zuvor auf seinen Weg des endgültigen Abschieds begeben hatte. Eine Erinnerung zum zehnten Jahrestages seines Todes.
Wenn die peinlich verpatzte Re-Inthronisierung des Osterreiters zum Landeschef nicht nur Peinlichkeit, sondern auch einen Grund zur Hoffnung hervorgebracht hatte, dann wohl vor allem auf dem Gebiet der Kultur.
Wiederholte Freude ist weit mehr als doppelte Freude. Wiederholte Freude ist der Beweis, nicht alles falsch gemacht zu haben. Und vieles sehr richtig!
Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Dresden-Nörgler wie ausgerechnet in Dresden. Das kann kein Zufall sein! Es bedeutet aber keineswegs, dass die Dresden-Nörger Spaß daran hätten. Es wird ihnen einfach zu leicht gemacht.
Es gibt Menschen, die improvisieren ein Leben lang. Und es gibt Leute, die handeln strikt nach Vorschrift, nicht nach Partitur. Die sächsische Partitur wird nun die nächsten fünf Jahre ohne neongelben Textmarker auskommen – dafür kommt wieder eine zweite Farbe dazu. Parsifal-lila wirds wohl nicht sein – aber vielleicht Strawinsky-rot?
Die Ouvertüre wurde urplötzlich abgeblasen. Schluss, aus. Doch ein Finale ist noch lange nicht in Sicht. Die für die Sächsische Staatsoper geplante Uraufführung „Dorny in Dresden“ fällt aus. Ohne Ersatz heißt aber nicht ohne Entschädigung, oder? Soeben geriet auch die nächste Zwischenaktmusik außer Hörweite.
Hören Sie – NICHTS? Die Petersburger Domspatzen singen nicht mehr, die echt originalen Don(au)-Kosaken mitsamt ihren Fantasieuniformen sind verschwunden, auch von den fingerfertigen Akkordeonisten fahrender Völkerschaften ist nichts mehr zu hören. Musik in Dresden ist von den Straßen verbannt. Dafür hat die Weisheit im Rathaus gesorgt.