Vom weihnachtlichen Osterspaziergang sind wir glücklich zurückgekehrt, das Wunschdenken unter Nadelbäumen hat sich hoffentlich ausgezahlt, nun schauen wir mal nach vorn und blicken da hoffentlich nicht nur in Miseren und Löcher. Wer sich ein klein wenig Optimismus bewahrt hat, mag sogar mit guten Vorsätzen ans neue Jahr gehen.
Michael Ernst
An die inkontinenten Sprechblasen von Politikern haben wir uns gewöhnt. Meist zeichnen sie sich durch Inhaltsleere und Realitätsferne aus. In den glücklichsten Fällen wird es lustig, unfreiwillig natürlich, weil sie sich so unglücklich verhaspeln, die freiwilligen Volksvertreter. Wenn sie dann aber doch einmal Klartext reden, sind wir überrascht.
Die klugen Leute von Schilda, Schildbürger geheißen, hatten beim Bauen die Fenster vergessen. Kann ja mal vorkommen, nicht? Zur Lösung des kleinen Problemchens versuchten sie, das Licht in Säcken in den Neubau zu tragen. Das musste ja schiefgehen. Wahrscheinlich hatten sie vorab schon von ihren Dresdner Nachfahren gelernt.
Kurt Masur verweigert sich den großen Gesten, er wird mehr und mehr Minimalist. Der alte Mann teilte das Meer nicht. Er hat es gebändigt.
Hand aufs Herz: Vertun Sie sich auch manchmal etwas mit dem lieben Geld? Kein Grund zur Panik, das kommt in den verrücktesten Rathäusern vor. Warum also nicht auch mal bei Ihnen oder bei mir. Und um kleine Beträge kann man sich schon mal verrechnen, nicht? In diesem Fall um 1,46 Millionen Euro. Erdnüsse…
Wenn Vladimir Jurowski nach Dresden kommt, dann entweder aus Berlin, wo er mit seiner Familie zu Hause ist, oder aus der britischen Hauptstadt, wo er Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra ist, oder aus Glyndebourne, wo er das Opernfestival leitet, oder aber als gefragter Gastdirigent von einem seiner Auftritte in aller Welt. Diesmal kommt er direkt aus Israel und erinnert sich – unter anderem – an den 11. September 2001 in New York.
Christian Thielemann hat seine erste Oper in Dresden dirigiert: keine Premiere, sondern gut zehn Wochen nach seinem Amtsantritt als Chefdirigent der Staatskapelle ein Stück aus dem Repertoire. Nicht irgendein Stück, denn „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss ist 1911 in Dresden uraufgeführt worden.
Neue Konzertsäle braucht das Land! Wer 70 wird, kann sich ja einen schenken lassen.
Fünfzig Jahre und kein bisschen leise. Wer’s nicht glaubt, hat diesen Mittwoch die „Anniversary Night“ der Jazz/Rock/Pop-Studenten im Jazzclub Tonne verpasst. Und kaum eine Chance, am Samstag noch ins Dozentenkonzert zum 50jährigen Bestehen der Fachrichtung Jazz/Rock/Pop in den Konzertsaal der Musikhochschule zu gelangen. Denn das ist längst ausverkauft.