Der Cellist Mischa Maisky, 1948 in Riga geboren, ist regelmäßiger Kammermusikpartner von Martha Argerich. Zu ihrem heutigen siebzigsten Geburtstag gratuliert er der Ausnahme-Pianistin herzlich – und wünscht sich, sie würden am liebsten weitere dreißig Jahre gemeinsam musizieren…
Martin Morgenstern
Längst überfällig schien – nach der thematischen Neuausrichtung des Musikfestspielpreises durch Jan Vogler – die Auszeichnung dieses wegweisenden Programms. Nun wurde der mit 25.000 Euro dotierte Preis an Orchester und Chefdirigenten feierlich ausgereicht. Rattle und die Berliner bedankten sich mit einem Abend, den keiner der Hörer so schnell vergessen wird.
Die österreichischen Spatzen hatten es schon tagelang von Salzburgs Dächern gepfiffen: Die Sächsische Staatskapelle Dresden wird ab 2013 das Orchester der Osterfestspiele Salzburg, und Christian Thielemann neuer Künstlerischer Leiter der Festspiele. Der Klang der Musik, versprachen die angereisten Dresdner, wird luxuriös bleiben. Auch zukünftig wolle man nur "die Besten der Besten" als Solisten verpflichten.
In Dresden mit virtuos explodierenden Piècen zu beeindrucken, ist schon mal nicht ganz einfach. Viele Tastenlöwen sind hier schon abgezogen, ohne das insgesamt eher zurückhaltende Publikum aus der Reserve gelockt zu haben. Was jedoch Arcadi Volodos gestern Abend in der Semperoper bot, war mehr: er grundierte Liszts oft genug brachial heruntergefetzte h-Moll-Sonate so tief, dass man geneigt war, sie für die Keimzelle manch sinfonischen Werkes der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu halten.
Das ist eine dieser verrückten Geschichten. Der Bassist Benedikt Hübner suchte nach seinem Probejahr bei der Dresdner Philharmonie ein passendes Instrument. Aus dem Orchesterfundus erwärmte keines sein Herz, also: Herumreisen, telefonieren, spielen, abwägen. In Meißen gab es diesen Zymbalspieler, Tivadar Szenaszi, Betreiber eines ungarischen Restaurants. Der hatte eine Idee…
Als "Asiens Star von morgen" tritt die Pianistin Ran Jia heute auf Schloss Wackerbarth auf. Ihr erklärter Lieblingskomponist Franz Schubert ist Teil des weltumspannenden musikalischen Programms. Vor ihrem Konzert hat Ran Jia mit »Musik in Dresden« gesprochen.
Ein düsteres Mammutwerk erklang am Freitag in der Frauenkirche im Rahmen der Musikfestspielsaison. Das Oratorium "Von den vier Enden der Welten" des Komponisten Daniel Glaus drohte das Publikum mit seinen prophetischen Endzeitklängen schier zu erdrücken.
Wir Europäer sollten die Asiaten im Blick behalten, meint Musikfestspiel-Intendant Jan Vogler. "Asiatische Künstler werden uns in der Zukunft viele Trends und Tendenzen bescheren, auch in der Klassik." Insofern sind die Musikfestspiele dieses Jahr die Plattform für historische Begegnungen: Nachwuchs trifft Altmeister. Europa trifft Asien. Und Klassik trifft Pop.
In diesen beiden Kästen wohnen die beiden Celli von Heinrich Schiff: das legendäre Stradivari "Mara" von 1711 – inzwischen sogar Stoff einer Erzählung von Wolf Wondratschek – und die "Sleeping Beauty" von Domenico Montagnana (1739). Was Wunder, dass sich am Mittwoch Abend im Palais im Großen Garten zahllose Dresdner Cellisten die Klinke in die Hand gaben: schließlich wurden noch zwei weitere Instrumente zum Klingen gebracht.