Von Bayreuth nach Dresden

Kolumnen

Von Bayreuth nach Dresden

Was wäre Bayreuth wohl ohne Sachsen? Historisch gesehen gründet sich der weltberühmte Grüne Hügel ausschließlich auf den Leipziger Dichter-Komponisten Richard Wagner. Der war bekanntlich eine Zeitlang Kapellmeister in Dresden und zählt heute an den Opernhäusern aller drei sächsischer Großstädte zum Kernrepertoire. Mal mehr, mal etwas weniger.

Das Bayreuther Festspielorchester rekrutiert sich gewohntermaßen seit vielen Jahren zu einem Gutteil aus Musikerinnen und Musikern der Spitzenorchester von Dresden und Leipzig. Christian Thielemann, Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle, ist zugleich Musikdirektor in Bayreuth. Die fränkisch-sächsischen Bande sind also engstens verknüpft.

Unmittelbar vor Beginn der diesjährigen Festspiele, soeben sind sie mit einem neuen »Tannhäuser« gestartet, verkündete Intendantin Katharina Wagner, Richards Urenkelin, nun die weiteren Aussichten für 2020 und 2021. Mit dem 1989 geborenen Regisseur Valentin Schwarz soll ausdrücklich ein vielversprechender Jungstar den neuen »Ring« inszenieren. Die musikalische Leitung hat der nur zehn Jahre ältere Dirigent Pietari Inkinen aus Finnland inne.

Nicht nur die damit einhergehende Verjüngung in Bayreuth ist bemerkenswert. Auch ein weiterer Dreh vom Grünen Hügel nach Dresden ist damit angezeigt, denn Valentin Schwarz wird in der bevorstehenden Spielzeit an der Staatsoperette »Die Banditen« von Jacques Offenbach inszenieren (Premiere am 28. Februar 2020). Im Klartext: Ein Bayreuther »Ring«-Regisseur in der Kulturkraft von Dresden – wenn das mal nicht eine Verbindung ist, die künftig künstlerische Energien freisetzen kann!

Für Bayreuth bedeutet diese Personalie einen Schritt zu mehr Jugendlichkeit. Was darauf folgen wird, ist –  für Bayreuth – schier eine Revolution: Im Sommer 2021 soll zum ersten Mal eine Frau am Pult des dortigen Festspielorchesters stehen und die Produktion »Der fliegende Holländer« leiten. Auch dies gab Katherina Wagner jetzt schon bekannt, ohne jedoch schon das Geheimnis des Namens zu lüften. „Nie sollst du mich befragen“ kommt einem da mit dem Schwanenritter in den Sinn.

28.07.2019Kolumnen