Eine Enthüllung sollte bevorstehen. Wie im genialen Chaplin-Klassiker „City Lights“ drapierte zur Jahrespressekonferenz der Dresdner Musikfestspiele ein weißes Tuch den verheißenen Gegenstand. Doch kein Denkmal kam zum Vorschein, sondern ein Pfau, ein weißer Pfau mit eitel gespreizter Federpracht. Der ziert das Plakat mit dem Motto des Festspieljahrgangs 2012.
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Die Erforschung des Kulturlebens in Zeiten des Nationalsozialismus ist besonders in Dresden ein schwieriger Prozess. Passivität, Schweigen des Publikums, Ausweichen und Flucht in die Opferrolle des 13. Februar herrschten vor in den Diskussionsrunden der Veranstaltungen, die die Ausstellung »Verstummte Stimmen« begleiteten. Eine Rückschau.
"Macht euern Dregg alleene", soll der letzte sächsische König Friedrich August III. bei seiner Abdankung geknurrt haben. Daran haben sich seine Untertanen auch fast hundert Jahre gehalten. Im Jahr 2011 aber überließen sie die Barockkulisse des Dresdner Zwingers zähneknirschend einem Zugereisten. Eine Bilanz.
Es sommeropert überall; warum sollte da Dresden nicht auch eine Sommer-Oper unter freien Himmel haben. Und die verspricht mit „Müllerbursch und Zauberflöte – Eine Märchenoper nach Mozart und den Brüdern Grimm“ höchstes Sommervergnügen.
An der Staatsoperette Dresden dreht sich das Personalkarussell: Der Chefdirigent Ernst Theis, der Chefdramaturg André Meyer, der Ballettchef Winfried Schneider, aber auch andere Mitarbeiter wie etwa Kapellmeister Wolfram Tetzner haben ihren Abschied angekündigt. Ihre Gründe sind ganz verschieden.
Das Zentrum der Künste Hellerau blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück. Im ersten Halbjahr 2011 waren bereits fast so viele Besucher im Festspielhaus wie im gesamten Jahr 2010. Die Auslastung stieg von 67 auf 88 Prozent. Intendant Dieter Jaenicke ist in Dresden angekommen.
Internationale Schostakowitsch Tage in Gohrisch – den Auftakt gab es 2010 in einer Scheune. Zum September 2011 wird ein Konzertzelt errichtet, findet sich ein Schostakowitsch Festival-Quartett und steht einmal mehr das 1960 in Gohrisch geschriebene Streichquartett Nr. 8 in c-Moll auf dem Programm.
Verbale Dummheiten etwa von einer Grünen-Abgeordneten im Sächsischen Landtag, die angesichts massenhafter Abhöraktionen durch das CDU-geleitete Innenministerium und unkontrollierter Spitzelattacken der sächsischen Polizei von einem „Handy-Fukushima“ sprach, beweisen zwar, dass geistiger Horizont immer wieder zu unterbieten ist – über das von Erdbeben und Tsunami in Japan ausgelöste Leid sagen sie nichts. Seit dem 11. März sind mehrere japanische Atomkraftwerke, so auch der Reaktorkomplex in Fukushima, zu strahlenden Zeitbomben geworden. Kein Ort, nirgends, für Musik?
Dieser Tage wollte sich Sir Charles Mackerras mit einem Konzert in der Frauenkirche vom europäischen Konzertpublikum verabschieden. Das Schicksal wollte es anders: Sir Charles starb im vergangenen Juli nach kurzer schwerer Krankheit mit 84 Jahren in seiner Wahlheimat London. Tobias Niederschlag erinnert an einen großen Musiker und kreativen, wissensdurstigen Menschen, der mit seiner Kunst und seinem Wesen viel Glück und Heiterkeit in diese Welt brachte.