Ekkehard Klemm zieht es künfting vom Schreibtisch wieder stärker ans Pult.
Michael Ernst
Die Roland-Kaiser-Stadt Dresden wird 2017 den Ball bekommen, den sie verdient: einen ohne Staatskapelle. Das Weltklasse-Orchester musste in der Vergangenheit bei derartigen Bällen nicht selten mit Maestri der Kreisklasse agieren. Nun hat das Orchester sich beurlauben lassen – und wir haben den Salat.
Kein deutscher Kaisersaal für internationale Versöhnung: Die Dresdner Sinfoniker wollten nach Istanbul und wurden ausgeladen. Das ist ein Skandal.
»Panta Rhei« ist das langjährige Motto der Tonlagen. Vielsagend und deutbar, dieses geflügelte Wort. Beim Dresdner Festival, hervorgegangen aus den Tagen der zeitgenössischen Musik, steht es für fließenden Inhalt.
Kunst ist Kunst. Grenzen sind keine Kunst. Grenzen sind künstliche Gebilde, voll und ganz unkünstlerisch. Höchste Zeit also, dass die Kunst Grenzen endlich überwindet und einreißt. Aber hat sie das nicht immer schon versucht?
Das so gerade mal noch für Dresden gerettete Bachfest stellte nicht nur eine ziemliche Bandbreite der Musikstile vor – vom Original über Jazz bis hin zur Uraufführung -, es enthüllte auch bahnbrechende neue Erkenntnisse zu Johann Sebastian Bach.
Zum Einheitstag gabs Brot und Spiele für ein Volk, das es zum größten Teil offenbar auch nicht besser verdient hat.
Dirigenten können noch so schön sein, Dirigentinnen sind schöner. Jedenfalls werden sie schöner beschrieben. – Alles nur eine Frage der Wahrnehmung?
Wagner liegt ihr nicht, der ist für ihre Stimme zu deutsch. Das hat sie dieses Jahr an der Semperoper bewiesen, das hat sie den Bayreuther Festspielen erklärt – und dort ihre in Dresden probierte Elsa-Partie im »Lohengrin« zurückgegeben.