"Very british" gab sich das Programm der Philharmonie in der Frauenkirche bis zur Konzertpause. Sir Neville Marriner und Dame Felicity Lott begeisterten mit Brittens Liederzyklus "Les Illuminations" . Die Mozart-Sinfonie am Ende war Pflicht und Kür zugleich.
Alexander Keuk
Das ist neu: Im Dienstags-Salon im Festspielhaus Hellerau plaudern Dresdner Ensembles und Musiker über ihre Arbeit und Leidenschaft und geben ihre Kunst zum Besten. Bei der Premiere stellte sich das Ensemble "AuditivVokal" vor, das Musik zwischen Renaissance und Gegenwart vokal und szenisch interpretiert. Resümee: Erfreulich erfrischender Einstand.
Ein gewaltiges Monument geistlicher Musik schuf der polnische Komponist Krzysztof Penderecki mit seiner Lukas-Passion Mitte des letzten Jahrhunderts. Obwohl er als Komponist längst diese Ästhetik verlassen hat, dirigierte er selbst das Werk am Wochenende im Kulturpalast – und konnte vor allem interpretatorisch kaum befriedigen.
Die erschütternden Meldungen aus Japan gingen ihr nicht aus dem Kopf – mit Telefon und Geige bewaffnet, scharte die Musikstudentin Anna Fritzsch ihre Kommilitonen um sich und ergriff die Initiative für ein studentisches Benefizkonzert. Das findet am kommenden Mittwoch mit einem reichhaltigen musikalischen Programm um 19.30 im Konzertsaal der Musikhochschule statt.
"Bratschissimo" – diesen Superlativ war überflüssig. Zwei wunderbare Musiker setzten sich engagiert für ein sehr persönliches, hochspannendes Konzertwerk ein: Nils Mönkemeyer und Christina Biwank musizierten Sofia Gubaidulinas Bratschendoppelkonzert "Zwei Wege". Umrahmt wurde dies von Wagner und Schönberg. Josep Pons dirigierte.
Zum zweiten Mal veranstaltet der Dresdner Kammerchor im Rahmen von KlangNetz Dresden und in Kooperation mit der Hochschule für Musik und dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau die „Dresdner Chorwerkstatt für Neue Musik“. Am Sonnabend findet das Abschlusskonzert mit zwei Uraufführungen statt.
Jubilar Franz Liszt wäre über die musikalischen Geschenke aus Dresden begeistert gewesen. Sein sinfonisches Hauptwerk, "Eine Faust-Sinfonie" führte der designierte Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Christian Thielemann am Wochenende im Sonderkonzert auf, außerdem die "Faust-Ouvertüre" von Richard Wagner.
Am vergangenen Wochenende wurde in vielen Konzerten das Gedenken an den 13. Februar 1945 musikalisch ausgestaltet – in der Frauenkirche widmete sich die Kantorei unter Matthias Grünert ausschließlich Werken von Joseph Haydn.
Völlig auf Kontrast ausgelegt war das Programm des 5. Zykluskonzertes der Dresdner Philharmonie unter Leitung von Roberto Abbado. Im Mittelpunkt stand ein Werk aus den 70er Jahren, das Concerto für zwei Klaviere von Luciano Berio, gespielt vom GrauSchumacher Piano Duo.