
Viele warmherzig geschriebene Texte verdanken wir unserem Kollegen Peter Bäumler. Vielseitig interessiert war er und bis zuletzt ein anregender Gesprächspartner. Peter hatte Physik studiert, sein Leben lang hatte er in der Industrie gearbeitet, bis er die Kunst- und Kulturstadt Dresden zu seiner Heimat erkor und mit Ernst und Fleiß eine späte Karriere als Publizist einer Ein-Mann-Agentur mit den Schwerpunkten Musik und Architektur begann. Die Gene dazu, erzählte er mir einmal, habe er von seiner Mutter, der gefeierten Koloratursopranistin Nelly Bakošová, und von seinem Vater, der sich lebenslang mit Architektur beschäftigte. So trafen wir uns oft auf Pressegesprächen, bei Konzerten, auf kleinen Konferenzen und Fachtagen – und gern habe ich irgendwann sein Angebot angenommen, einige seiner Texte auf »Musik in Dresden« zu veröffentlichen.
Peter schrieb kundig über Tanz, Musik, Konzert- und Opernhäuser, führte oft und gern lange Interviews mit den kulturpolitischen Entscheidungsträgern der Landeshauptstadt wie den anreisenden Gaststars, machte sich auch ausführlich Gedanken über die Pläne, in Dresden ein neues Konzerthaus zu bauen. Die Aktivitäten des Forum Tiberius waren einer seiner Interessenschwerpunkte. Ungewöhnliche und unbekannte Dresdner Musikerbiografien vermochte er ebenso spannend aufzufächern wie kurzweilig über die letzte Aufführung der „Serkowitzer Volksoper“ zu berichten, auch die eines seiner Lieblingsthemen. Im Wagnerdörfchen Graupa traf man ihn oft, in der Semperoper, im Heinrich-Schütz-Konservatorium oder in Hellerau, beim Tanz; Postkarten und Sommergrüße erreichten uns aus Rom oder Bratislava, wo seine familiären Wurzeln lagen. Den Auszug aus dem Alten Kulturpalast begleitete er für uns ebenso wie den Einzug der Landesmusikakademie ins Colditzer Schloss. Für die FAZ schrieb er vor über zwanzig Jahren über den „Bauplatz Dresden“, und dieses Thema, das öffentliche Bauen in der Nachwendestadt, hat ihn tief und leidenschaftlich bewegt und interessiert. In der Redaktion war das ernsthafte Ringen um seine Texte bekannt, diese Dinge gingen ihm sicherlich nicht völlig leicht von der Hand. Umso gründlicher und sorgfältiger feilte er an den Formulierungen.
Wir, die Autorenkollegen von »Musik in Dresden«, schätzten seine klugen Beiträge, und die Leserinnen und Leser taten das auch. Letzten Freitag ist Peter Bäumler in Dresden gestorben. In seinen Artikeln bleibt seine charaktervolle Stimme präsent. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.