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Was macht eigentlich: ISANG ENDERS?

Der Cellist bespielt »Neuland« – musizierend und als Künstlerischer Leiter

Isang Enders hat in und um Dresden für Schlagzeilen gesorgt. Der 1988 in Frankfurt (Main) geborene Musiker wirkte bereits als Zwanzigjähriger in der Sächsischen Staatskapelle, wo er die Position des Ersten Konzertmeisters Violoncelli übernahm. Noch vor dem offiziellen Start der Internationalen Schostakowitsch-Tage Gohrisch unterzog er die inzwischen als Austragungsort etablierte Konzertscheune einer ersten Akustikprobe. Als junger Konzertmeister war er sowohl in den Kapellkonzerten als auch kammermusikalisch zu erleben, engagierte sich prägend in Gohrisch und unternahm wesentliche Schritte in Richtung einer vielbeachteten Solokarriere.

Nach nur vier Jahren verließ er die Staatskapelle wieder, um nach eigenen Wegen zu suchen. Er fand sie lehrend in einer Vertretungsprofessur sowie musizierend bei diversen namhaften Festivals von Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern bis hin zum Rheingau Musik-Festival und nach Verbier. 2017 avancierte Isang Enders zum Cellisten im Sitkovetsky-Trio, inzwischen hat er diese Position beim bereits seit 1808 bestehenden Gewandhaus-Quartett inne.

Das klingt alles ganz nach einem künstlerisch umtriebigen Unruhedasein. Einem erfolgreichen zumal. In diesen Tagen fokussiert Isang Enders seine Aktivitäten auf den zweiten Jahrgang des »Neuland«-Festivals, das vom 22. bis zum 26. April unter dem Motto »Licht und Schatten« stattfinden wird. Gemeinsam mit der zuvor beim Bonner Beethovenfest beschäftigten Annette Semrau knüpft der Musiker als Künstlerischer Leiter an das vor mehr als einhundert Jahren gegründete Kammermusikfest Darmstadt an, das nun innovativ fortgesetzt werden soll.

Als inhaltliche Kernideen nennen die Macher vor Ort in Darmstadt entstehende Kammermusik internationaler Künstlerinnen und Künstler, denen die Musik der Gegenwart am Herzen liegt, um mit ihr programmatisches Neuland zu entdecken. In insgesamt acht Konzerten sollen Musikerinnen und Musiker aus aller Welt dieses Anliegen unter Beweis stellen. Neben Mitwirkenden wie Alexi Kennes, Simon Höfele, dem Sitkovetsky-Trio und vielen anderen wurde Kit Armstrong als »Composer in residence« eingeladen, ein beeindruckendes Multitalent an Klavier und Orgel. Der dem Dresdner Publikum durch seine Philharmonie-Mitwirkung bekannte Malte Arkona wird als Moderator das jüngste Publikum anzusprechen versuchen.