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Nummer Neunundzwanzig

Foto: Matthias Creutziger

Der neue Kreuzkantor Martin Lehmann wird durch den Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Tobias Bilz nächsten Samstag, den 24. September, im Rahmen der Kreuzchorvesper um 17 Uhr feierlich in sein Amt eingeführt. Unter seiner Leitung wird der Kreuzchor mit dem Philharmonischen Kammerorchester Dresden Werke von Johann Sebastian Bach, Gottfried August Homilius, Heinrich Schütz und Oskar Wermann aufführen. Der Dresdner Komponist Wilfried Krätzschmar, der persönlich anwesend sein wird, hat eigens für diese Vesper einen Introitus komponiert. 

„Mir als ehemaligem Kruzianer ist es eine besondere Freude, den Dresdner Kreuzchor zu leiten“, sagt Martin Lehmann. „Der Chor ist in städtischer Trägerschaft, seine Wurzeln aber sind christlich und seine Heimat ist die Kreuzkirche am Altmarkt. Diesen weiten Bogen zu spannen und musikalisch mit Inhalt zu füllen, ist eine großartige Aufgabe. Die Arbeit mit den Kruzianern ist ein Geben und Nehmen. Wir musizieren im Team und das begeistert mich“.


Kreuzkantor Martin Lehmann war selbst Kruzianer und erhielt bereits während seiner Schulzeit eine umfassende musikalische Ausbildung. Ausgezeichnet mit dem Rudolf-Mauersberger Stipendium studierte er Chorleitung an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Dresden bei Prof. Hans-Christoph Rademann. Ihm stand Lehmann während des Studiums als künstlerischer Assistent des Dresdner Kammerchors zur Seite und nahm einen Lehrauftrag an der Dresdner Musikhochschule wahr. Sein Aufbaustudium schloss Lehmann in den Fächern Chorleitung und Orchesterdirigieren mit Auszeichnung ab. 

Die Arbeit mit Chören prägte seine Laufbahn. So gründete Martin Lehmann 1995 den Kammerchor „Cantamus Dresden“, in dem bis heute ehemalige Kruzianer mitsingen. In den Jahren 2001 bis 2011 leitete er verschiedene Chöre in Leipzig und Wuppertal und übernahm 2012 die künstlerische Leitung des Windsbacher Knabenchores. 

Zu seinem Repertoire gehören neben den großen oratorischen Werken von Bach, Händel, Mozart und Mendelssohn auch geistliche und weltliche A-cappella-Chormusik aller Epochen. Seine umfangreiche Arbeit ist in zahlreichen CDs, Rundfunk und Fernsehaufnahmen dokumentiert. Dabei wagte sich Martin Lehmann mit den Windsbachern bei der Ersteinspielung frühbarocker Musik des Nürnberger Komponisten Johann Staden (April 2015) auch auf neues Terrain. Die jüngste Aufnahme ist das Album Water & Spirit, geistliche A-cappella-Musik auf fünf Jahrhunderten, mit Percussionist Simone Rubino.

Als Chorleiter arbeitete Martin Lehman mit zahlreichen renommierten Orchestern wie dem Freiburger Barockorchester, dem Dresdner Barockorchester, den Deutschen Kammer-Virtuosen Berlin, der WDR Big Band, dem Concerto Palatino, dem Ensemble 1704 Prag und der Akademie für Alte Musik Berlin zusammen.

Mit dem Windsbacher Knabenchor nahm Martin Lehmann regelmäßig an Festivals teil und gastierte an großen deutschen Konzerthäusern (Alte Oper Frankfurt, Konzerthaus Berlin, Elbphilharmonie, Thomaskirche Leipzig, Dresdner Frauenkirche, Herkulessaal München, Festspielhaus Baden-Baden). 

Hinzu kamen Reisen ins europäische Ausland, in die USA, China und Indien, während derer er in internationalen Spielorten wie dem Concertgebouw Amsterdam, dem Palau de la Música Catalana in Barcelona, dem Oriental Art Center Shanghai sowie der Sixtinische Kapelle und dem Petersdom in Rom gastierte.

Im Mai 2017 wurde Lehmann zum Kirchenmusikdirektor (KMD) ernannt. Mit der Auszeichnung würdigt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern Lehmanns Verdienste um die Kirchenmusik durch seine Arbeit mit dem Windsbacher Knabenchor.

Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren wurde Martin Lehmann 2021 als 29. Kreuzkantor nominiert. Seit September 2022 ist er Nachfolger von Roderich Kreile als Intendant und Kreuzkantor beim Dresdner Kreuzchor. 


Kreuzchorvesper zum Michaelisfest am 24.09.2022 um 17 Uhr
Evangelische Kreuzkirche am Altmarkt

Mitwirkende
Kreuzkantor Martin Lehmann (Leitung) 
Dresdner Kreuzchor
Philharmonisches Kammerorchester Dresden
Kreuzorganist Holger Gehring

Komponisten und Werke

Johann Sebastian Bach, „Herr Gott, dich loben alle wir“ BWV 130 

Wilfried Krätzschmar (* 1944), Introitus zum Michaelisfest

Gottfried August Homilius (1714 – 1785)Domine, ad adjuvandum me, Ingressus der Vesper HoWV IV.1
Motette für sechsstimmigen Chor

Heinrich Schütz (1585 – 1672), Herr, auf dich traue ich SWV 377, Nr. 9 aus: Geistliche Chormusik, 1648
Motette für fünfstimmigen Chor

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), Herr Gott, dich loben alle wir, Kantate zum Michaelisfest BWV 130
für Soli (SATB), Chor und Orchester

Johann Sebastian Bach (1685-1750), Fuga sopra il Magnificat BWV 733 für Orgel

Oskar Wermann (1840 – 1906), Vater unser, Motette für Soli und vierstimmigen Chor op. 23/2

Rudolf Mauersberger (1889 – 1971), Ich will dem Herrn singen mein Leben lang, Motette für fünf- bis sechsstimmigen Chor RMWV 44