Kinderchor der Semperoper sahnt ab

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Kinderchor der Semperoper sahnt ab

Mitglieder des Kinderchors, Gala El Hadidi, Valda Wilson und Vanessa Goikoetxea in »Street Scene« (Foto: Matthias Creutziger)

Sie sind das i-Tüpfelchen so mancher Opernvorstellung, sie sorgen für den überraschenden Schwung und das erlösende Schmunzeln zwischen tieftragischen Szenen: Die Mädchen und Jungen des Kinderchores der Semperoper. Was wären Hänsel und Gretel ohne die verzauberte, bunte Bonbonkinderschar, was wären die Soldaten der »Carmen« ohne die frechen Bengel, die »mit der Wache antreten«?

Die quirlige Truppe ist seit den 1950er Jahren nicht von der Bühne der Semperoper wegzudenken. Mehrere Dutzend Opern befinden sich heute im Repertoire des Chores, von Klassikern wie »La bohème«, »Tosca«, »Der Rosenkavalier« und »Hänsel und Gretel« über »Parsifal«, »Boris Godunow» und »Die verkaufte Braut« bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen wie »Dead Man Walking«. Gemeinsam mit dem Staatsopernchor oder als eigenständige Gruppe, zum Teil auch mit solistischen Aufgaben betraut – wie zuletzt in Kurt Weills »Street Scene« ̶ ist der Kinderchor ein unverzichtbares Element zahlreicher Stücke und Inszenierungen, für die die Chormitglieder Partien nicht nur auf Deutsch, sondern auch Italienisch, Französisch, Englisch und Russisch einstudieren.

Hinzu kommen Inszenierungen der Sparte Junge Szene, die entscheidend vom Kinderchor getragen werden: 2011 César A. Cuis »Der gestiefelte Kater« und im Frühjahr 2013 die Uraufführung von Johannes Wulff-Woestens »Prinz Bussel«. In der kommenden Spielzeit warten wiederum große Herausforderungen auf den Chor, unter anderem mit Axel Köhlers Neuinszenierung von Georges Bizets »Carmen«.
Etwa 50 Mal pro Spielzeit sind die Mitglieder des Kinderchores auf der Bühne zu erleben, bringen dabei mit ihrem Enthusiasmus, Engagement und ihrem noch kaum abgeklärten Blick auf das Theatergeschehen neue Impulse in den Opernalltag.

Bleibt neben den Vorstellungen noch Zeit, nimmt der Chor an Konzerten und Wettbewerben teil, zum Beispiel 2011 mit der 3. Sinfonie von Gustav Mahler beim Sinfoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle zur Eröffnung der Dresdner Musikfestspiele sowie beim Internationalen Mahler- Festival im Gewandhaus Leipzig. In der vergangenen Spielzeit veranstaltete die Semperoper zudem ein eigenes Kinderchorkonzert in Semper 2. Unter dem Motto »Herrlich ist unsere Welt« waren Kunst- und Volkslieder, Opernausschnitte sowie Joseph Horovitz’ Popkantate »Käpt’n Noahs schwimmender Zoo« zu erleben.

Um dieses umfangreiche und vielfältige Spektrum in hoher Qualität zu bewältigen, proben die derzeit etwa 50 Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 18 Jahren mindestens zweimal wöchentlich nach der Schule für zwei Stunden unter der Leitung von Andreas Heinze, der selbst Mitglied im Staatsopernchor ist und die Disziplin seiner Schützlinge durchaus mit der seiner Kollegen vergleicht: »Die jungen Sänger legen eine erstaunliche Professionalität an den Tag.«

Kinderchor und Jiři Bubeniček haben sich durchgesetzt

Die Stiftung zur Förderung der Semperoper verleiht dem Kinderchor nun ihren mit 10.000 Euro dotierten Preis. Der mit 5.000 Euro dotierte Mary-Wigman-Preis geht daneben an den Ausnahmetänzer und -choreografen Jiři Bubeniček. Die Preise werden im Rahmen eines festlichen Galakonzertes der Stiftung am 20. Oktober 2013 um 11 Uhr in der Semperoper überreicht.

Bei der Gala präsentieren sich die Preisträger, Solisten und Ensembles der Semperoper Dresden mit einem vielfältigen Programm, das Oper, konzertante Aufführung und Ballett miteinander verbindet und die Sparten der Semperoper auf einmalige Weise in ihrer künstlerischen Qualität und Breite darstellt. Der Kinderchor führt die Pop-Kantate »Käpt’n Noahs schwimmender Zoo« von Jospeh Horowitz auf, Jiři Bubeniček wird das Publikum als Tänzer mit der berühmten Balkon-Szene aus »Romeo und Julia« erleben.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 durch Senator Rudi Häussler zeichnet die Stiftung jährlich Künstlerpersönlichkeiten und Ensembles der Semperoper mit eigenen Preisen aus. Darüber hinaus fördert sie ausgewählte Neuinszenierungen an der Semperoper, die vom Ballett über die klassische Oper bis hin zum zeitgenössischen Musiktheater reichen. Grundsatz dabei ist, dass durch die Aufführungen die Reputation als Opernhaus der Spitzenklasse gestärkt wird. In der Spielzeit 2013/2014 unterstützt die Stiftung u.a. die Premiere von Georges Bizets »Carmen«, Richard Strauss’ Oper »Elektra« und Stijn Celis’ Ballettproduktion »Legenden – Hommage an Richard Strauss«.

Restkarten für das Preisträgerkonzert am 20. Oktober 2013 sind an der Schinkelwache am Theaterplatz oder am Veranstaltungstag an der Tageskasse der Semperoper ab 9,50 Euro zu erwerben.

18.10.2013Allgemein