I hate Christmas!

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I hate Christmas!

Jede richtige Show hat einen Gegenspieler, also auch die erste Weihnachtsshow der Staatsoperette, die an diesem Wochenende ihre Premiere feiern wird. In jeder richtigen Show, in einer Weihnachtsshow erst recht, gibt es ein glückliches Finale für alle. In diesem Fall wird auch unser Weihnachtsskeptiker, dessen kritische Sicht auf allen unnötigen Stress und manchen Unsinn, der den Blick auf den Sinn eines der schönsten Feste verstellt, wieder zum Weihnachtsfreund.

Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert

Wer wissen möchte, wie dies passiert, sollte sich aufmachen nach Leuben, denn hier in der Staatsoperette singt und spielt Gerd Wiemer den Anführer der Pflaumentoffel, wie wir sie als Spezialität vom Dresdner Striezelmarkt kennen. In der heißen Phase der Endproben erfahre ich schon mal am Telefon von ihm, dass es in der Show um eine spannende Sache geht, die sich nachts auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt abspielt, wenn die Besucher weg sind und die Händler schlafen. Dann treffen sie sich zur eigenen Weihnachtsfeier, die Schneemänner und die Weihnachtsmänner und eben auch die Pflaumentoffel. Die nächtliche Situation ist wie geschaffen für Weihnachtsträume mit Musik und Tanz aus der Welt der Filme und der Musicals, der Weihnachtsschlager älteren und neueren Datums, der Lieder wie „Alle Jahre wieder“ oder „Stille Nacht“. Eigens für dieses nächtliche Weihnachtsabenteuer, in dem es auch um ein junges Paar geht, das sich darin verirrt hat, hat der Berliner Patrick Lange Musik komponiert, gemeinsam mit Bernhard Fabuljahn bekannte Stücke neue arrangiert und der Dramaturg André Meyer hat mit dem Choreografen Winfried Schneider das Buch geschrieben, in dem sich Motive des Märchens „Nussknacker und Mausekönig“ und der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens finden. Schneider führt auch in der Ausstattung von Manfred Bitterlich Regie, Christian Garbosnik hat die musikalische Leitung.

Und der zunächst ganz und gar nicht vor Weihnachtsbegeisterung sprühende Pflaumentoffel? Er kann sich den Argumenten seiner Kolleginnen und Kollegen nicht verschließen, und persönlich hegt der Sänger Gerd Wiemer keinerlei Aversionen gegen Weihnachten. Im Gegenteil, so betont er, er sei dem Fest sehr zugetan, er schätze es sehr, wenigstens etwas Zeit zu haben, für manches, das im Jahr zu kurz kommt. Für ihn ist das Fest eine gute Gelegenheit, sich dessen zu vergewissern, was Menschen, Familie und Freunde verbindet und zusammenhält.

Denn in seinem Beruf gilt ja eben dass nach der Show vor der Show ist. Am 23. Dezember legt Gerd Wiemer den Pflaumentoffel ab. Nach der verdienten Pause warten die nächsten Proben. Am 28. Januar hebt sich der Vorhang zur deutschen Erstaufführung des Musicals „Passion“ von Stephen Sondheim. Da spielt er den Oberst Ricci, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Jetzt geht der Vorhang auf zur Weihnachtsshow!
 

Termine: 27.11., (Premiere), 28.11.; 4., 11., 12., 18., 19., 21., 22., 23.12.

Eine Textfassung des Artikels ist am 24.11. in den Dresdner Neuesten Nachrichten erschienen. Wir danken dem Verlag für die freundliche Genehmigung, ihn hier erneut abdrucken zu dürfen.

27.11.2010Allgemein