Sag mir, wo du gelistet bist, und ich sage dir, wer du bist. Die Unesco sucht den Welterbe-Star. Wer da einmal auf der Liste steht, wird entweder wieder gestrichen – das Dresdner Elbtal zum Beispiel – oder lässt sich besser vermarkten. Marketingklubs und andere Krämerseelen dürfte das freuen.
Kolumnen
Es ist Herbst. In vier Wochen werden die Tage wieder länger hell sein. Dann nämlich ist Winteranfang. Wie lange es in den Köpfen umnachtet bleibt, ist derzeit noch unklar. Denn derzeit geht es darin um Weihnachtsmarkt, Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann. Und – um Wurststollen!
Es war ein Tag vor meinem 21. Geburtstag. Vergesse ich nie. Diese Erinnerung an eine Aufführung, die ich nicht erlebt habe. Mittwoch, der 15. Mai 1968. In Dresden, im Großen Haus gab es »Tristan und Isolde«, ich konnte nicht hinfahren, dabei wäre es ja nur eine Fahrt von Leipzig nach Dresden gewesen, an diesem Tag. Es ging nicht, wahrscheinlich kein Geld.
Beim „U“ fallen mir überhaupt nur zwei Tenöre ein, Gerhard Unger und Armin Ude. Beide haben in Dresden gesungen, beide die Partie des David.
Die Konzerte der Klazz Brothers seien fast immer ausverkauft, freute sich der Jazztage-Intendant Kilian Forster dieser Tage im Gespräch mit einer Dresdner Tageszeitung. Im Gegensatz dazu sei es ein enormes Risiko, einen Weltstar einzuladen, „der früher keine Platte bei Amiga hatte“. Ja, die Dresdner und ihre süße Krankheit Gestern. Nach Manne Krug war der Jazz eben zuende, nicht wahr?
Beim Buchstaben „T“ gibt es für mich eine Sängerin, die ich zunächst gar nicht mit Wagner in Zusammenhang bringe, obwohl sie etliche Partien seiner Opern, gerade in Dresden, gesungen hat. Dafür wurde sie vom Publikum geliebt. Denke ich an sie, ist Antonin Dvořák der Komponist, der für mich sofort präsent ist.
John Neumeier ist der dienstälteste und wohl auch nach Lebenszeit gerechnet älteste Ballettchef der Welt. Da sage einer, tanzen hielte nicht jung…
Die Gedanken sind frei. Grenzenlos frei? Dann müsste diese Sentenz ebenso im Reich der Mitte wie bei den Reichen der Mittelmäßigkeit gelten. Konfuzius dürfte sich in Qufu gerade mal wieder heftig um die eigene Achse gedreht haben.
Mit dem Bau der Berliner Mauer, am 13. August 1961, fiel zunächst für das Berliner Opernleben, insbesondere an der Staatsoper…