Die Roland-Kaiser-Stadt Dresden wird 2017 den Ball bekommen, den sie verdient: einen ohne Staatskapelle. Das Weltklasse-Orchester musste in der Vergangenheit bei derartigen Bällen nicht selten mit Maestri der Kreisklasse agieren. Nun hat das Orchester sich beurlauben lassen – und wir haben den Salat.
Kolumnen
Die beiden Universitätsorchester laden zum Probespiel ein. Besonders Geigen werden gesucht, verriet Dirigent Filip Paluchowski im Gespräch mit »Musik in Dresden« – und schwärmte sogleich von Schnupperproben und Orchestertourneen. Wir jedoch warnen: Probespiele sind die schrecklichsten Ereignisse eines Laienmusikerdaseins! Bloß nicht hingehen!
Eine kleine Postkartensendung zum Montag. Ich war in Nürnberg, im »Boris Godunow«, in der Inszenierung von Peter Konwitschny.
Zum Einheitstag gabs Brot und Spiele für ein Volk, das es zum größten Teil offenbar auch nicht besser verdient hat.
Dirigenten können noch so schön sein, Dirigentinnen sind schöner. Jedenfalls werden sie schöner beschrieben. – Alles nur eine Frage der Wahrnehmung?
Sachsen hat sich mal wieder auf die falsche Seite geschlagen: Der Freistaat hat den Rechtsstreit gegen Serge Dorny verloren. Die Politik ist fein raus: Der Imageverlust fällt kaum ins Gewicht. Und die Finanzen schultert der Steuerzahler.
Beinahe hätte Dresden schon wieder auf Bach verzichtet. Einst wollte der katholische Adel ihn nicht, nun hielten ihn kluge Stadträte für entbehrlich. Ein Netzwerk von Enthusiasten rettete das 91. Bachfest nach Dresden.
Geschafft: Dresdens Stadtfest hat sich mit einem Feuerwerk abgeschossen. Die Olympiade hat den Sport ins Abseits gestellt. Und in Bayreuth sind Publikum und Mitwirkende über den Berg.
Musik ist eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird, nicht wahr? Ärgerlich immerhin, dass Wagner seine Opernlibretti in deutscher Sprache geschrieben hat – das stellt manche Sänger vor ungeahnte Probleme. Wenn die Kunst aber in die Hände von PR-Strategen fällt – oh boy. Da fällt einem wirklich nichts gutes mehr ein.