Beethoven bei uns

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Beethoven bei uns

Das Projekt »Beethoven bei uns« soll den großen und weltweit gefeierten Komponisten zurück zu seinen Wurzeln bringen – zu den Hauskonzerten. Gerade in Dresden werden noch Mitwirkende gesucht – und natürlich ein Publikum mit offenen Ohren! Egal ob Profi oder Amateur: wer eine Veranstaltung organisieren oder mitgestalten möchte, ist aufgerufen, sich bei der Dresdner Koordinatorin Katrin Meingast zu melden. Egal, ob in privaten Wohnzimmern, in Ateliers, Vereinen, Ladenlokalen oder Kirchen: überall, wo sich Zuhörer zusammenfinden können, soll die Musik des Meisters erklingen. Der Eintritt zu allen Konzerten ist übrigens frei.

Foto: M.F.

Die erste teilnehmende Musikerin aus Dresden erhielt das Wagnerstipendium, ist Mitglied bei der »Jungen Deutschen Philharmonie« und wurde im Juni 2019 erstplatzierte Gewinnerin des Allrussischen Wettbewerbs symphonischer Orchesterkünstler. Anna Skladannaya absolvierte gerade ein Praktikum im WDR Funkhausorchester und studiert nach ihrer bestandenen Bachelorprüfung Cello jetzt im 3. Mastersemester an der Dresdner Musikhochschule.

Für die Cellistin ist das tägliche Üben sehr wichtig. Zum einen betont sie, dass sie an der Hochschule täglich tüftelt, um ihre musikalischen Fähigkeiten am Cello noch weiter zu perfektionieren. Andererseits helfen die Unterrichte aber auch, ihre eigenen Grenzen zu akzeptieren, und so sucht sie in den täglichen Übeeinheiten nach Möglichkeiten, um ihr Repertoire und Können weitsichtig zu erweitern. „Als Musikerin möchte ich dem Publikum eine Freude schenken“ erklärt sie strahlend. „Und dafür übt man, dass man eine stabile Qualität an schöner Musik garantieren kann, dass man seine Inspiration hegt und pflegt, aber nicht von ihr abhängig wird. Und dass man auch mit vollem Einsatz spielen kann, wenn man einfach mal einen schlechten Tag hat!“ ergänzt das junge Talent. Anna ist übrigens in einer Musikerfamilie aufgewachsen. „Viele denken, dass man es dann leichter hat als Musikerin, wenn man seit früher Kindheit zwischen Repertoire und Fingersatz von der Familie Unterstützung erhält.“ berichtet Anna. „Wenngleich ich das wirklich schätze, sehe ich das etwas anders. Meine aktuelle Mission ist es, in meine eigene Welt hineinzulauschen, um meinen eigenen Weg zu erkennen.“

Die Musik ist alles für Anna. Sie reist und probiert sich aus, pflegt ihr Wissen, Können, und Instrument täglich. Durch die Musik hat Anna aber auch eine Verbindung mit ihrer Schwester gefunden, mit der sie gemeinsam das Konzert für das Beethovenjahr gibt. „Als Kind habe ich mich nicht gut mit meiner Schwester verstanden, bis wir zum ersten Mal gemeinsam ein Werk musiziert haben.“ verrät die Cellistin, für die das Spielen mit der Klavier spielenden Sophia die beste Zeit überhaupt ist. „Beim Proben schauen wir nie auf die Uhr, die Zeit verfliegt und bereichert uns, und nach dem Üben gönnen wir uns meist noch einen Spaziergang.“ Ihre Augen strahlen, als sie verrät, dass sie dann abends gemeinsam die erlebte Musik diskutieren. „Ein Sommerabend kommt mir da in den Sinn, die Altstadt sah so wunderschön aus im Sonnenuntergang!“ erinnert Anna sich. Am kommenden Tag haben die beiden Musikerinnen dann versucht, das Gefühl der warmen, blutroten Sonnenstrahlen musikalisch nachzuempfinden. „So arbeite ich, ich möchte eine andere Ebene des Verständnisses erleben, und im Zusammenspiel gemeinsam eine Welt aufzubauen, die über gleichzeitig gespielte Töne hinausreicht.“

Ihr Konzert findet am 14. Dezember 2019 ab 17.30 Uhr im Foyer auf der 2. Etage in der Zentralbibliothek im Kulturpalast statt; Plätze kann man ab sofort reservieren.

01.10.2019Features, Interviews