Würdige Nachfolge

Kolumnen

Würdige Nachfolge

Noch vor seinem Amtsantritt als Gewandhauskapellmeister in der Nachfolge von Riccardo Chailly hat der lettische Dirigent Andris Nelsons Ende Februar im 7. Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle mit Werken von Benjamin Britten, Bernd Alois Zimmermann und Dmitri Schostakowitsch überzeugt. Das Dresdner Publikum war hingerissen und nicht wenige seiner künftigen Kollegen sind extra aus Leipzig herübergekommen.
Nun ist bekanntgegeben worden, dass Andris Nelsons 2016 den Preis der Dresdner Musikfestspiele erhält. Er wird dem Küstler Anfang Mai beim Gastkonzert des seit zwei Jahren von ihm geleiteten Boston Symphony Orchestra in der Frauenkirche überreicht werden. Nelson steht damit in der Nachfolge etwa von Anne-Sophie Mutter, Gidon Kremer, Simon Rattle und weiteren verdienstvollen Künstlerpersönlichkeiten. Immerhin wird diese Würdigung für ein herausragendes künstlerisches Schaffen nunmehr zum 13. Mal vergeben.

Der erste Preisträger dieser ursprünglich als „Saeculum“ bezeichneten Ehrung war übrigens der einstige Gewandhauskapellmeister Kurt Masur. Unvergessen wird bleiben, wie der damalige Geschäftsführer der Uhrenmanufaktur Glashütte Original, Frank Müller, angesprochen auf eine Unterstützung der Musikfestspiele, sofort mit großen Ideen zur Stelle war. Wenn schon Sponsoring, dann richtig. Wie gut, dass diese Verbindung zwischen dem immer internationaler gewordenen Musikfest und dem Uhrmacherstädtchen im Müglitztal bis heute so fruchtbar anhält.

Andris Nelsons, der 1978 in einer Musikerfamilie geborene Lette, der zunächst als Trompeter begann und erst später seine Dirigentenlaufbahn antrat, ist vor allem für seine Verdienste um die Förderung von künstlerischem Nachwuchs sowie überhaupt für die Vermittlung klassischer Musik für diesen mit 25.000 Euro dotierten Preis auserkoren worden. Ihm gehe es darum, diesen Kulturanspruch nicht etwa als Relikt einer Vergangenheit, sondern als Teil der Gegenwart mit Leben zu erfüllen. Auch damit tritt er als würdiger Nachfolger von Kurt Masur in Erscheinung.

07.04.2016Kolumnen