Selten aufgeführtes Oratorium Antonio Caldaras in der Annenkirche

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Selten aufgeführtes Oratorium Antonio Caldaras in der Annenkirche

Eine der wichtigsten Persönlichkeiten der europäischen Musikszene im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts war zweifellos der gebürtige Venezianer Antonio Caldara. Der berühmte Oratorien- und Opernkomponist sammelte seine Erfolge zunächst in italienischen Musikzentren wie Venedig oder Rom und hat sich auch als großer Violoncello-Virtuose einen Namen gemacht. Als größte Annerkennung empfand er seine Anstellung als erster Vizekapellmeister der Wiener Hofkapelle am österreichischen Hof im Jahr 1716.

Wie kein anderer seiner Zeitgenossen verbindet Caldara in seinen Werken die alte römische Oratorien-Tradition mit moderner Opern-Sprache und einem raffinierten Kontrapunkt mit hinreißender Melodik. Imposant wirkt die Anzahl seiner Kompositionen. Bekannt sind über 3400 Werke, darunter mehr als 80 Opern und 43 Oratorien, die sich alle durch hervorragende Qualität auszeichnen.

Das Oratorium „Maddalena ai piedi di Cristo“ stellt das erste bekannte Oratorium Caldaras dar. Das kontemplative Werk im Stil eines Sepolcro-Oratoriums (für die Karwoche komponiert) schildert die büßende Maria Magdalena mit ihrer Schwester Martha unter dem Kreuz Christi in Begleitung der Irdischen Liebe (Amore terreno) und der Himmlischen Liebe (Amore celeste). Es ist ein großartiges Jugendwerk Caldaras. Seine melodische Invention wie auch überraschende Reife und Tiefe verraten, warum sich Caldaras Name mit großen Buchstaben in die Musikgeschichte eingeschrieben hat.
Das Collegium Vocale 1704 und das Prager Barockorchester Collegium 1704 zählen mit seinem Künstlerischen Leiter Václav Luks zu Tschechiens prominentesten Ensembles. Vor allem dank Gastspielen auf bedeutenden Festivals der europäischen Alte-Musik-Szene – zuletzt bei den Festivals de Sablé und de la Chaise Dieu – hat sich das Ensemble einen internationalen Namen gemacht.

Die parallel in Prag und Dresden verlaufende Konzertreihe „Musikbrücke Prag–Dresden“ lädt ein, auf den Spuren bedeutender Komponisten, die die Musikvergangenheit beider Städte prägten, zu wandeln und deren historische Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Antonio Caldara – Oratorium „Maddalena ai piedi di Cristo“
Sonnabend, 20. März, 19.30 Uhr, Annenkirche Dresden
 
Ausführende:
Dagmar Šašková (Sopran) – Maddalena
Barbora Sojková  (Sopran) – Marta
Markéta Cukrová  (Alt) – Amore celeste
Jana Levicová  (Alt) – Amore terreno
Jaroslav Březina (Tenor) – Cristo
Marián Krejčík (Bass) – Fariseo
Collegium 1704
Václav Luks – Leitung

19.03.2010Allgemein