Der Goldsucher

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Der Goldsucher

Gabriel Rios kann mit Engelsstimme singen. Er versteht es, seine Lieder zu entwickeln. Die Geschichten, von denen er singt, haben Tiefgang, und berühren auf eine besondere poetische Weise. Sie sind irgendwie magisch, was den Sänger, der eine Weltenbummlernatur hat und sich aber in der belgischen Studentenstadt Gent zu Hause fühlt, auch wieder und wieder in Top-Positionen der belgischen und internationalen Musikcharts befördert. Gabriel Rios hat das klangliche Alleinstellungsmerkmal, nach dem viele junge Künstler suchen.

Wenn man das erste Mal in seine Platten hineinhört, ist man erstaunt, wie glatt die Musik ist. Aber auch wie viele Details er mit wenigen Worten zu erzählen versteht. Und wie man sich stets selbst in den mit geschickten Worten konstruierten Songs wiedererkennt.

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Der 1978 in San Juan (Puerto Rico) geborene und inzwischen sehr erfolgreiche Sänger war alles andere als ein fleißiger Student. Als er für das Kunststudium mit siebzehn nach Gent (Belgien) zog, gründete er eine Band nach der anderen – die alle sofort begeistert in der Szene aufgenommen wurden. Und entwickelte sich so Schritt für Schritt von einem Elektromusikkünstler zu dem Künstler, der vor kurzem eine fantastische, mit von Cello, Bass, Trompeten, Klavier und Waldhörnern unterstützte Platte namens „This Marauder´s Midnight“ aufgenommen hat. Die Songs klingen wahnsinnig warm und tief.  Gabriel Rios hat die Musik Stück für Stück komponiert und aufgenommen und jeden Monat einen Song auf seine Website hochgeladen. So einfach sei es ihm, wie er in Interviews betont, noch nie gefallen, ein Album fertig zu stellen.

Was man in allen seinen Werken spürt: der 37-jährige Songwriter folgt stets seiner eigenen Seele. So hat er die Songs alle in den USA geschrieben, und jeden Monat vor einem Live-Publikum in einem kleinen Music-Venue namens Rockwood Music Hall vorgestellt. Dort hat er auch den Produzenten Ruben Samama kennengelernt, der die aktuelle Platte nicht nur produziert, sondern auch mit seinem Kontrabassspiel bereichert hat. Dessen Frau Amber Docters van Leeuwen komplettierte dann kurzerhand das Trio, welches die Basis für die Instrumentierung des neuen Albums lieferte.

Es ist erstaunlich, wie ehrlich das Konzept des Albums auf den kritischen Hörer wirkt. Tief, reif, unergründlich schön, gleichzeitig rau und mit dem Moment verschuldeten kleinen Kanten – die dem Album eine kraftvolle Authentizität verleihen. Obwohl Rios, wie er in diversen Interviews preisgab, sich bei Aufnahmen noch nie getraut hatte, selbst gleichzeitig live zu singen und zu spielen, wählte er diesen Weg der Studioarbeit. Wie man auch gut hören kann, fand wenig ergänzendes Overdubbing statt. Die Hauptarbeit haben die Musiker live und im übrigen auch vor laufender Kamera geleistet.
Die Suche nach einem geeigneten Aufnahmeraum führte die drei belgischen Musiker in die Dreamland Studios in Woodstock, also in ein Studio umfunktioniertes, hölzernes Kirchengebäude in New York. In dieser intimen Atmosphäre ließ Rios seinen Gedanken freien Lauf – und beugte sich keinen Regeln, keiner Marktanalyse. Wie er es beschreibt, folgte er dem Ruf seiner Seele. So hätte keiner gedacht, dass sein sehr kunstvolles Lied „Gold“ ein Radio-Hit werden könnte. Wenige Monate später erspielte dies sich in belgischen und internationalen Radios einen Status an der Spitze der Charts.

Ich bin gerade selbst in Belgien unterwegs. Egal wo ich mich hinwende, man kennt Gabriel Rios. Was sicherlich daran liegt, dass gleich seine erste Platte, GHOSTBOY, in die belgischen Charts eingestiegen ist. Seither hat sich der junge Sänger musikalisch noch gesteigert. Es scheint alles zu stimmen. Durch den Erfolg kann er sich Freiheiten nehmen, und den Gesetzen des Popmarktes, auf dem er unvergleichlich erfolgreich geworden ist, teilweise entgegenarbeiten – alles im Dienst der Musik, die ihm das Zentrum seines Arbeitens zu sein scheint.

Die belgischen Radiohörer, eigentlich egal welchen Alters, kennen ihn. Die einen fanden es eine gute Idee, dass er mit Radio Brüssel, einem der führenden Radiostationen des Landes, einen Deal gemacht hatte. THIS MARAUDER´S MIDNIGHT ist in 12 Monaten entstanden. Jeden Monat hat er einen neuen Song veröffentlicht, der dann über das Radio ausgestrahlt worden ist. Die Belgier hörten ihn auf dem Weg zur Arbeit, während der Nachtschicht, im Stau, und gemütlich zu Hause. „Die Musik sticht schon hervor“ erklärt eine 30-jährige Belgierin. „Sie ist entspannend, wirkt authentisch, er hat keine Eile, er presst uns nichts auf, wie der Rest der so im Radio gespielt wird.“

Die anderen sammeln seine Alben und Veröffentlichungen: „Ich möchte ihn unterstützen, weil er für mich eine belgische Stimme ist, die auch in meine Gedanken ausspricht, ich beschäftige mich mit seinen Texten und seinen Gedanken und finde das alles was er besingt sehr bereichernd“ sagt ein 55-jähriger Familienvater von 3 erwachsenen Söhnen in Westflandern über den in Puerto Rico geborenen Musiker. „Ich kann mich mit ihm identifizieren, wenn er musiziert kommt eine magische Stimmung auf.“

Die Bewegung, die das Album mit den monatlichen Veröffentlichungen angenommen hat, ist Beweis für einen wohlverdienten Erfolg eines kreativen Künstlers. Der so entwickelte Schwung reichte für Nummer-Eins-Platzierungen in mehreren Ländern, und wird Gabriel Rios eine Tür zum internationalen Popmarkt öffnen. Seine Platte gibts einerseits als CD, aber auch als ein Doppel-Album mit seperaten Bonustracks in einem kleinen Buch mit einer liebevoll illustrierten und mit einer auf Englisch verfassten Geschichte.
Wer Gabriel Rios gern live erleben möchte, hat dazu am 12. Juni Gelegenheit. Ab 21 Uhr erklingen im Beatpol die aktuellen Songs. Karten gibts für fünf Euro an der Abendkasse.

09.06.2015Neue Aufnahmen