Ein Nachruf

Kolumnen

Ein Nachruf

Am heutigen Dienstag wäre Richard Wagner zweihundert Jahre alt geworden. Vorzeitig, vor 130 Jahren, ist er zu höheren Diensten ad parnassum abberufen worden. Dresden trauert um seinen bedeutungsvollen Sohn und großen Komponisten. 

Bereits im zarten Alter von einem Jahr bestimmte der 1813 in Leipzig geborene Wagner Dresden zu seiner Wahlheimat, eine knappe Dekade später besuchte er die Kreuzschule. Nach Studien in Leipzig und Stationen als Dirigent in Magdeburg, London und Paris fand er im April 1842 wieder nach Dresden zurück, wo er die Stelle des Hofkapellmeisters ausfüllen sollte. Durch das örtliche Kulturleben wurde Wagner zunächst zu einer Theaterreform angeregt, schließlich zur Absetzung des Königs und Etablierung einer Republik. Damals scheiterte der Dresdner Maiaufstand und Wagner musste nach Zürich ins Exil fliehen. Heute hat ihm seine Stadt – derweil demokratisiert – die Beteiligung verziehen.

In redlichem Bemühen, mit tiefem Ernst und unermüdlich wird dieser Tage dem Vermächtnis dieses Großmeisters deutscher Musik gedacht. Wie könnte man diesem hehren Komponisten ein besseres Denkmal setzen, als er es bereits selbst getan hat? Um es mit Hans Sachs zu sagen:

„Euch macht ihr’s leicht, mir macht ihr’s schwer,
gebt ihr mir Armem zuviel Ehr’.
Soll vor der Ehr’ ich besteh’n,
sei’s, mich von euch geliebt zu seh’n.“

Christoph Weyer

22.05.2013Kolumnen