Und jetzt singt er auch noch…

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Und jetzt singt er auch noch…

Foto: Thomas Schmidt

Den ersten Preis bekam Christian Friedel mit 21, noch bevor er sein Schauspielstudium an der Otto-Falckenberg-Schule München begonnen hatte: den Jugendvideopreis für seine Darstellung im Kurzfilm „Scheißhaushannes“. Weitere Ehrungen folgten fast im Jahrestakt. Der ERICH-PONTO-PREIS 2010 des Fördervereins des Staatsschauspiels Dresden ist der jüngste. Seit Sommer 2009 ist der 32-Jährige am Staatsschauspiel Dresden engagiert. Dass er auch Singer und Songwriter zwischen Pop und Rock ist, ist bisher kaum bekannt. Das könnte sich ändern.

Die eben erschienene Scheibe „THE CLOSER E.P.“ ist seine erste, unter professionellen Bedingungen aufgenommene Scheibe und gibt den Anlass für seine erste kleine Tour. Produziert über einen Zeitraum von einem Jahr – mit Unterbrechungen. E.P. steht für „Extended play“ und meint eine CD, die mehr Inhalt als eine Single, aber weniger Titel als ein volles Album hat. Auf „THE CLOSER E.P.“ lauscht man in reichlich 25 Minuten fünf Songs. Musik und englische Texte stammen von Christian Friedel. Neugierig darauf dürften alle sein, die ihn zur HOPE-Gala im vergangenen Herbst singen hörten. Damals begleitete er sich am Flügel. Ohne jegliches Show-Tamtam. Konzentriert. Berührend.

Im Vergleich mit der studioklaren CD, auf der Keyboards, Gitarren, Schlagzeug Friedels Stimme nicht dominieren, wünscht man sich die Live-Atmosphäre herbei. Vielleicht gibt es unverwechselbarere Tenöre. Oder Boygroups, die sich bedroht fühlen. Ganz sicher wird bei diesem Album: diese Musik gehört auf die Bühne, diese Songs entfalten live einen noch intensiveren Zauber. Natürlich ist die Klangpalette von melancholisch, leise, flehend bis energisch und rockig beeindruckend. In „HONG KONG“ beispielsweise fühlt man sich in einen Ausflug nach Asien versetzt. Überhaupt sind die Songs gut vorstellbar als Filmmusik. Doch Musik ist am kraftvollsten, wenn man sie nicht erklären oder einordnen muss. Das ist bei „THE CLOSER E.P.“ unnötig.
The Closer . Lieber „Come Closer“? „Soon“? Ja, bitte. Am 8. März 2011, 20 Uhr, stellt Christian Friedel im Dresdner Schauspielhaus erstmals seine Lieder vor. Mit Live-Band. Wer die Musiker sein werden, ist momentan noch geheimnisumwittert. Überraschungen nicht ausgeschlossen. Fest steht jedoch: „Es wird ein Konzert, kein Theaterabend.“

www.staatsschauspiel-dresden.de
www.myspace.com/christianfriedel

(Teaserfoto: David Baltzer)

10.02.2011Neue Aufnahmen