
Er hatte ihn sich redlich verdient und sich nach arbeitsreichen Jahrzehnten völlig zu Recht auf den Unruhezustand gefreut. Nach einem bewegten Theaterleben schied Peter Theiler im Sommer 2024 aus seinem erfolgreich absolvierten Amt als Intendant der Sächsischen Staatsoper, der er nach einem mit politischer Relevanz gestalteten Spielplan und immerhin drei in Auftrag gegebenen Uraufführungen sowie mit einer Auslastung von durchschnittlich 92 Prozent Adieu sagen konnte. „Es hat Spaß gemacht“ war sein Fazit dieser Jahre in Dresden.
Zuvor ist der 1956 in Basel geborene Theatermann als Regieassistent, Spielleiter und Regisseur tätig gewesen, leitete als Betriebsdirektor und Regisseur die Opéra de Nice sowie als Direktor das französische Theaterfestival »Perspectives« in Saarbrücken. Peter Theiler unterrichtete am Opernstudio der Musikakademie Basel, wirkte als Oberspielleiter und Bühnenbildner am Mannheimer Nationaltheater sowie als Direktor des Theaters Biel Solothurn in der Schweiz.
Noch vor der Dresdner Intendanz leitete er von 2001 bis 2008 als Generalintendant das Theater im Revier Gelsenkirchen und als Staatsintendant das Staatstheater Nürnberg, bevor er 2018 in Dresden antrat. Seinen Abschied an der Elbe, wo er ein gut aufgestelltes Haus an Nora Schmid übergeben konnte – gern gewürzt mit dem Bonmot „Die Semperoper bleibt in Schweizer Hand“ -, verband er mit der Aussicht, auch künftig als Juror von Gesangswettbewerben sowie im Deutschen Bühnenverein tätig zu bleiben, insgesamt aber ein klein wenig ruhiger treten zu können.
Es kam, wie so oft im Theaterbetrieb, allerdings anders: Der nicht ganz unumstrittene Weggang von Intendantin Merle Fahrholz als Intendantin des Aalto Theaters Essen stellte das Haus sowie die Stadtverwaltung vor ein Problem. Ein Übergangsproblem. Für dessen Lösung man sich an Peter Theiler gewandt hat, der seinen – siehe oben – verdienten Unruhestand eigentlich in Dresden verbringen wollte. Nun aber pendelt er zwischen Elbe und Ruhr, bringt beste Erfahrungen, wie er sie über all die Jahre hat sammeln können, für eine Essener Spielzeit mit ein. Sein Anspruch ist es, dem einst durchaus ehrwürdigen Haus wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Dafür gestaltet Peter Theiler den Spielplan 2027/28 für Opernbetrieb und Sinfoniekonzerte. Das damit verbundene Ziel ist natürlich, die zuletzt etwas dürftige Auslastung des Hauses wieder deutlich zu steigern, bis für die darauf folgende Spielzeit ein neuer Intendant respektive eine neue Intendantin gefunden ist.
Mit inhaltlich untersetzten Kernbegriffen wie künstlerische Exzellenz und gesellschaftliche Relevanz, wie er sie auch in Dresden umgesetzt hat, will Peter Theiler Aalto-Theater und Essener Philharmoniker die ihnen zustehende kulturpolitische Bedeutung zurückgeben. Seine im Ruhrgebiet bereits gemachten Erfahrungen sowie die regionale und internationale Vernetzung dürften dem Theatermann dabei höchst nützlich sein.
Lebensmittelpunkt für ihn und seine Frau, die Kostümbildnerin Gabriele Heimann, soll Dresden aber bleiben. Hier fühlt er sich wohl und übernimmt seit 2025 neuerliche Verantwortung als Präsident des Kuratoriums für den Friedenspreis Dresden – International Peace Prize.