
Die Staatskapelle hat die künstlerischen Schwerpunkte der kommenden Saison vorgestellt. Das durch Corona zu kurz gekommene Beethoven-Jubiläum soll nachgeholt, der Mahler-Zyklus fortgeführt werden. Und Jörg Widmann kommt als Capell-Compositeur wie -virtuose nach Dresden.
Die Staatskapelle setzt in der kommenden Saison einige interessante musikalische Schwerpunkte. Natürlich sind wieder die großen Namen der internationalen Musikwelt zu Gast; Igor Levit, Rudolf Buchbinder, András Schiff, Vilde Frang, Jean-Yves Thibaudet und Herbert Blomstedt stehen im Dienstplan. Schön, dass Petr Popelka wieder einmal in Dresden vorbeischaut, der dieser Tage an vielen anderen Stellen so unglaublich eingespannt ist!
Nachdem der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1770-1827) vor sechs Jahren kaum angemessen begangen werden konnte, ist dem Orchester nun der 200. Todestag Anlass für eine umfassende Würdigung. Nicht nur erklingen an vier Tagen alle neun Sinfonien (gekoppelt mit zeitgenössischen Auftragswerken!). Ein kleines Symposium mit Daniele Gatti und Jörg Widman widmet sich zeitgenössischen Aspekten und Zugängen zu dem Komponisten, seinem anhaltenden Einfluss auf unsere Musikwelt wie die Herausforderung, in seinem Schatten Musik zu schaffen. Eine „Late Night with Ludwig“ ist in der Schlosskapelle angesetzt, und im Anschluss an das Konzert mit der Achten und Neunten Sinfonie steht eine „Concert Lounge“ im Foyer auf dem Plan, „mit Beethoven-inspiriertem DJ, Live-Musik und Bar“.
Das Gedenkkonzert des Dresdner Kreuzchors am 6.2.2027 wird die Staatskapelle ebenso begleiten (Mozarts c-Moll-Messe) wie am 13. und 14. Februar ein eigenes spielen: dann steht Brahms‘ „Vierte“ auf den Pulten, und Maestro Blomstedt dirigiert („im Jahr seines 100. Geburtstages“, wie die Orchesterdirektorin Annekatrin Fojuth es formulierte).
Schade, dass der fantastische Geiger Augustin Hadelich mit dem Orchester nur auswärts musizieren wird, auf einer Europa-Tournee nämlich, die die Musikerinnen und Musiker im Herbst nach Basel, Freiburg, Frankfurt, Lugano, Turin, Dortmund, Köln und Paris führen wird. In der Semperoper – in der er tatsächlich vor knapp dreißig Jahren eins seiner allerersten Konzerte spielte, im Rahmen der Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik – ist der Musiker, der als einer von ganz wenigen die Wasserscheide zur Dresdner Philharmonie spielerisch überschreitet, nicht zu erleben. Zeit, auf Reisen zu gehen!
Das ausführliche Saisonprogramm finden Sie hier.