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Sonderzug nach Bayreuth

Image (3)Geht es um Elsa, um Anna oder um was? Vier „Lohengrin“-Vorstellungen, die seit Monaten ausverkauft sind, aber was für ein Hype? Und vor allem warum? Weil der eben noch angeschlagene, jüngst aber wundersam auskurierte Christian Thielemann energetisch perfekt durch diese Schwanen-Oper führte? Weil er auf ein exzellentes Solistenensemble vertrauen durfte, das ihm für diese Aufführungsserie gestattet worden ist? Oder weil ihm und diesem derzeit wohl bestmöglichen Wagner-Ensemble – wozu ausdrücklich auch dessen „Wunderharfe“ Staatskapelle gezählt werden muss! – unüblich lange Probenphase von singe und staune sechs Wochen zugestanden worden ist?

Ohne den Enthusiasmus des deutlich internationalen Publikums schmälern zu wollen, ohne den berechtigten Jubel nebst fliegendem Schwan auch nur in Frage zu stellen – an einem Haus wie der Semperoper MUSS eine Wagner-Oper wie „Lohengrin“ einfach so klingen! Rollendebüts hin und Fachwechsel her, ob nun eine von Fernsehen und Klatschpresse auch einem eher opernfernen Publikum bekannte „Star“-Sängerin mitwirkt oder nicht – ein Haus dieser Güte MUSS diese Qualität bieten, an jedem Abend und nicht nur bei Wagner, sondern mit jedem Werk, ganz egal, ob Premiere oder ob Repertoire.

Oder sollte es am Ende doch nur ums Bier gegangen sein, das beim „Lohengrin“-Volksfest am Sonntag auf dem Theaterplatz geflossen ist? Wohl kaum: es ging vor allem und allen um die Fahrkarte nach Bayreuth 2018 – der schöne Nebeneffekt ist musikalischer Glanz, wie er in Dresden derzeit nicht ganz selbstverständlich ist. Darum aber sollte es gehen, um ein im Leben möglichst vieler Menschen verankertes Musiktheater auf denkbar höchstem Niveau.

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