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Gottes Wirken in der Natur

Die Singakademie zu Gast in Coventry (Foto: Thomas Büttner)
Die Singakademie zu Gast in Coventry (Foto: Thomas Büttner)

Die Besinnung auf Gottes Natur und Schöpfung scheint ‚in der Luft‘ zu liegen: Der Geist der Enzyklika von Papst Franziskus zu Umweltfragen und der eindringlichen Mahnung, die Erde nicht zur Müllhalde verkommen zu lassen, korrespondiert mit dem, was Künstler und Musiker in ihren Werken immer wieder thematisieren. Zu ihnen gehörte auch der Kreuzkantor Rudolf Mauersberger.

In seiner Geistlichen Sommermusik stehen das Lob der Natur und die Verpflichtung der Menschen, sie als Gottes Schöpfung zu ehren, im Vordergrund. Mit der Aufführung der 1948 komponierten Geistlichen Sommermusik setzt die Singakademie Dresden ihr Engagement für diese bedeutende Stimme in der Kirchenmusik der Nachkriegszeit fort. Vor einigen Jahren wurde bereits die Lukaspassion u. a. in Dresden, München, Stuttgart, Salzburg, Aachen, Chemnitz und im Erzgebirge, der Heimat des Komponisten, aufgeführt. Im Geburtsort Mauersberg beginnt nun auch der Zyklus von zunächst drei Konzerten. In Dresden erklingt die Geistliche Sommermusik am 5. Juli in der Annenkirche und noch einmal am 4. Oktober in der Kirche zu Loschwitz. Eine CD-Aufnahme des Werkes in Fortsetzung der erfolgreichen Produktion der Lukaspassion wird vorbereitet.

Der Musikwissenschaftler Dr. Vitus Froesch schreibt: „Zupackend, energisch, aber auch demütig und kontemplativ wird das Wirken Gottes in der Natur gepriesen. Grundlage der Komposition sind sommerliche Choräle und Lieder sowie Vertonungen biblischer Passagen, vorwiegend des Alten Testaments, in denen die Naturschönheit, Gottes Majestät am Firmament, Wachstum und Ernte thematisiert werden. Litanei und Trost sowie Verheißung und Beschluss (die letzten beiden nach Texten des Neuen Testaments) stehen am Ende der Komposition.“ Das Werk zeugt von der tiefen Frömmigkeit des Komponisten ebenso wie von seinem Willen, die evangelische Kirchenmusik mit seiner Musik zu erneuern. Eigene Choräle sowie Vertonungen bekannter Choralmelodien und –texte gliedern das etwa einstündige Werk, das überwiegend a-cappella musiziert wird, lediglich an Anfang und Ende die Orgel einbezieht. Überliefert sind Bemerkungen, Mauersberger habe die Sommermusik für die Knaben des Chores selbst als zu schwer empfunden. Von besonderer Intensität dagegen sind gerade jene Teile, die dem Altsolisten und später weltberühmten Tenor Peter Schreier zugedacht waren. Sie zeugen von der genauen Kenntnis der Möglichkeiten eines Knabenchores ebenso wie von dem großen Vertrauen, das er seinen talentierten Choristen entgegenbrachte.
Dieses Vertrauen bekam auch Ekkehard Klemm selbst zu spüren, der 1968 in den Chor aufgenommen wurde, die Geistliche Sommermusik noch einmal unter Leitung des Komponisten musizierte und als Zehnjähriger bereits zum „Hilfs“-Präfekten ernannt wurde. Der Grundstein für ein Leben als Musiker und Dirigent war damit gelegt. Einer der früheren Alt-Solisten des Stückes, Gerhardt Uhle, nahm sich des handschriftlichen Notenmaterials an und schuf für den Strube-Verlag München die Neuausgabe des Werkes, das damit erstmals gedruckt vorliegt.

Das Konzert erklingt am 4.7. 2015 um 19.00 Uhr in der Kirche Mauersberg.

Mitwirkende:
Kammerchor und Großer Chor der Singakademie Dresden
Friederike Beykirch, Sopran
Nanora Büttiker , Alt
Michael Schütze, Orgel
Ekkehard Klemm, Leitung

Eintritt: 15 Euro / 12 Euro ermäßigt

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