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Christian Thielemann wird Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle

Christian Thielemann wird ab der Saison 2012/13 der neue Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Das teilten Kunstministerium und Orchester am Freitag abend mit. Die frühe Einigung auf einen Nachfolger von Fabio Luisi, der die sächsische Landeshauptstadt auf eigenen Wunsch verlässt und ans Opernhaus Zürich wechselt, fällt in die ersten Amtstage der neuen sächsischen Ministerin Sabine Irene Freifrau von Schorlemer (parteilos).

„Mit der Verpflichtung zum Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle erfüllt sich für mich ein Traum“, sagte Thielemann am Abend. „Mein Mentor Herbert von Karajan verglich den Klang dieses einzigartigen Orchesters einmal mit ‚Glanz von altem Gold‘. Besser kann man dies gar nicht in Worte fassen! Schon in der ersten Probe zu den Konzerten mit der achten Sinfonie von Bruckner konnte ich erneut erleben, über welch singuläre Qualitäten die Staatskapelle verfügt. Hier spielt natürlich auch die Erfahrung im Operngraben eine maßgebliche Rolle, aus der ein Ensemblegeist und eine Flexibilität resultieren, die ein reines Konzertorchester kaum erreichen kann. Ich freue mich außerordentlich auf die gemeinsame Arbeit in den kommenden Jahren.“

Die internationale Karriere des heute fünfzigjährigen Dirigenten begann an der Deutschen Oper Berlin, wo er von 1997 bis 2004 Generalmusikdirektor war. Seit 2004 ist Thielemann Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker. Als einer der derzeit gefragtesten Wagner-Dirigenten ist er seit vielen Jahren den Bayreuther Festspielen eng verbunden, regelmäßig gastiert er aber auch bei den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem Concertgebouworkest sowie den Orchestern von New York, Philadelphia und Chicago.

Sein Debüt bei der Staatskapelle gab Thielemann im Februar 2003, als er anlässlich des Dresdner Gedenktags das „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms leitete. Im gleichen Jahr dirigierte er zudem eine konzertante Wagner-Gala mit Ausschnitten aus dem „Ring des Nibelungen“. Erst vor kurzem hatte der Dirigent einige Konzerte für den erkrankten Luisi am Dresdner Haus dirigiert. Mit der Entscheidung ist „der unberechenbare Dirigent“ (so titelte man noch unlängst in der WELT) der nächste Woche anstehenden Entscheidung, ob sein Vertrag in München eventuell doch verlängert wird, nun zuvorgekommen.

(Foto: M. Creutziger)

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