2010

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21.01.2010: Paul Fleming neu vertont – Fünf Uraufführungen an der Sächsischen Akademie der Künste

Im letzten Jahr fanden bei der Sächsischen Akademie der Künste einige Veranstaltungen zu Ehren des 400. Geburtstages des sächsischen Barockdichters Paul Fleming (1609-1640) statt. Ein Abend mit fünf Vokal-Uraufführungen auf Texte des Dichters bildete nun den Abschluss. Die Quintessenz dieses Konzertes war vor allem die gute Erkenntnis, dass es viele verschiedene Wege der Annährung an den Dichter gibt. Manchmal legt die Musik sogar etwas frei, was jenseits der Beschreibbarkeit und der Zeiten liegt. Genau dann wird das Fremde nah und was sich hinter barocker Fassade verbirgt, sind vermutlich viel größere und wichtigere Anliegen.

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21.01.2010: Herzschlag des Universums – Gérard Griseys „Le noir de l’Etoile“ im Festspielhaus Hellerau

Faszinierend und berührend ist es oft, wenn Menschen in die Natur hineinhorchen. Mittels moderner Sonartechnik ist es heute möglich, antarktischen Gewässern "zuzuhören". Bewegungen von Wasser und Wind werden ebenso hörbar gemacht wie Tiere, die wir normalerweise nicht hören können. In Hellerau kam nun ein Werk von Gérard Grisey zur Aufführung, das sich mit Neutronensternen beschäftigt.

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13.01.2010: Axel Köhler inszeniert die „Gräfin Mariza“ an der Staatsoperette

Einen existentiellen Begriff der Ehre kennen wir heute vor allem aus der Literatur und Kunst der k.u.k-Monarchie, aus den Werken Arthur Schnitzlers etwa und aus unzähligen Duell-Szenen in Literatur und Film, aus den Milieus des Adels und des Militärs. Aber: heute erscheint uns dieser Ehrenkodex unmodern, hat so in unserer Wirklichkeit keinen Platz mehr. Oder?

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12.01.2010: Auf traditionsreichem Boden: das neue „Musikfest Erzgebirge“

Ein "sangesfrohes Völkchen" wurde dem Erzgebirge schon 1902 bescheinigt. Doch widmet man sich der Geschichte, insbesondere der Musikgeschichte südwestlich des Elblaufes in Sachsen, so meint man eine Schatzkammer zu betreten. Diese Schätze wird nun das Musikfest Erzgebirge, das im Herbst 2010 erstmals stattfindet, heben und die Region mit dem Klang (nicht nur) seiner Tradition füllen.

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12.01.2010: Die ganze Monstertragödie in einem Kopf – David Martons Lulu-Experiment am Schauspielhaus

Ein Studio, abgewetzt und schmuddelig, hat Alissa Kolbusch auf die Bühne des Schauspielhauses bauen lassen. Ganz oben in der Regiekabine der Typ an den Reglern. Darunter das Feld der Bewährung, probieren, wiederholen, scheitern, aus der Rolle und wieder hinein fallen. Eins tiefer die Musik, links Piano und Schlagzeug, rechts Elektronik mit Tasten, noch tiefer der Knecht des Obersten mit allen Geräuschen der Technik oder der Natur im Mund. Vorn, und ganz nahe am Publikum, ein verschlissenes Sofa für die Verschnaufpause kurz vor der Hölle.

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11.01.2010: Hat es „Notre Dame“ an der Elbe schon gegeben?

Dresden ist mal wieder für eine Sonderrolle gut, die in der Welt des Musiktheaters rekordverdächtig sein dürfte: Bevor im April 2010 die Oper „Notre Dame“ von Franz Schmidt an der Semperoper Premiere haben wird, will das Haus in Erfahrung bringen, ob es sich um eine Erstaufführung handelt oder nicht. Normalerweise genügt für solche Auskunft ein Blick ins Archiv. Doch schon die Wiener Uraufführung fand im Weltkriegsjahr 1914 zu dramatischer Zeit statt – und Dresden fiel im Februar 1945 bekanntlich in Schutt und Asche. Da ist nicht mehr viel zum Nachlesen übrig geblieben.