Wolfgang Hänsch ist ein herausragender Architekt. Er hat insbesondere in und um Dresden seine Spuren hinterlassen, sich zudem als kenntnisreicher Publizist erwiesen, und er wird noch für Aufsehen sorgen, wenn der Wind der Bau-Geschichte so manche Star-Architektur längst wieder zu Staub zerbröselt haben wird. Das Denkmal seines Lebens ist und bleibt die Semperoper. Möglicherweise, so meinte er sinnig im Gespräch, habe im 19. Jahrhundert, als Dresdens Bürger den so noch nie dagewesenen Bühnenturm der Oper monierten, die Geburtsstunde des Vereins Historischer Neumarkt geschlagen. Im Rückblick auf die Ruine mit den aufsteigenden Tauben regte Hänsch einen Ort des Gedenkens an: Schicksalsvögel und Bühnenschrott als bleibende Mahnung. mehr
Die Staatskapelle hat sich offenbar mehr von ihrem scheidenden Generalmusikdirektor versprochen. Ob Christian Thielemann, ein charismatischer und weltweit nicht wenig gefragter Künstler, den Spagat zwischen den Dresdner Belangen und seiner eigenen Karriereplanung so sensibel eingeht, dass am Ende alle zufrieden sind und nicht ein weiterer vorzeitiger Abgang droht? mehr
Der Jazz ist zurück im Kurländer Palais. Am letzten Januar-Samstag folgten 350 Gäste der Einladung der Veranstalter Gabriele Kaul und Mirco Meinel in den historischen Gewölbekeller. Terrence Ngassa, medial als „einer der angesagtesten Trompeter der jungen Jazz-Elite Europas“ und als „der neue Louis Armstrong“ gehandelt, bestritt mit einer internationalen Band die erste Veranstaltung des neuen Jazzclub Dresden.
mehr
David Marton ist jetzt 34 Jahre alt. In den letzten Jahren hat er mit Theaterprojekten auf sich aufmerksam gemacht, die stark vom Musikalischen gedacht sind, mit herkömmlichem Musiktheater aber nichts zu tun haben. Dem sogenannten Regietheater hat er sich nicht verschrieben. Auch wenn er mit Schauspielern arbeitet, Opern für Schauspieler produziert er nicht. Ihn interessiert die besondere Musikalität der Schauspieler. mehr
Für Kreuzchor und Kapellknaben ist Ende Dezember Hochkonjunktur. Konzerte, Vespern und Messen jagen einander; gemütliche Bescherung am Heiligabend und gemeinsames Gänsebratenessen mit der Familie am darauffolgenden Feiertag sind für die Knaben deshalb nicht drin. Überhaupt, wie feiern die Alumnaten des Kreuzchors oder die Bewohner des nur einen Katzensprung entfernt liegenden Vincentiusstifts Weihnachten? mehr
Christian Thielemann unterzeichnete diese Woche in der Semperoper seinen Vertrag als künftiger Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Auf Wunsch des federführenden Ministeriums für Wissenschaft und Kunst geschah dies hinter verschlossenen Türen. Gut denkbar, dass Irritationen befürchtet wurden und dieser Akt inmitten der Amtszeit von Generalmusikdirektor Fabio Luisi, der ab 2012 nach Zürich wechselt, zu keinem Spektakel geraten sollte. mehr
Mario Picardi Luna, für den gerade das zweite Studienjahr an der Palucca Schule beginnt, fühlt sich in Dresden akzeptiert, gefordert und gefördert. Nach allem, was er erfuhr in der Ausbildung, gibt es nur ein Ziel. Das heißt Dresden, genauer die Palucca Schule, eine Hochschule für Tanz mit einem Master-Studiengang für Choreografen, die Chance ein Meisterschüler zu werden. Wo gibt es das sonst? Die Stadt ist entspannt, sie stresst nicht, man kann hier gut arbeiten - dazu ist er hier. mehr