Vom Sachs zum Ochs

Kolumnen

Vom Sachs zum Ochs

Wenn am Samstag die Musikerinnen und Musiker der Sächsischen Staatskapelle unter Leitung ihres Chefdirigenten Christian Thielemann zur Premiere von Richard Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg« bei den Osterfestspielen Salzburg ansetzen, werden an der Semperoper in Dresden die letzten Vorbereitungen zur Matinee für Theo Adam getroffen. Der im Januar verstorbene Sänger ist an diesem Theater so sehr zu Hause gewesen wie in seinen Fachpartien der wichtigsten Wagner-Opern von »Tannhäuser« und »Lohengrin« über den »Ring des Nibelungen« bis hin zum »Parsifal«. Eine seiner Paraderollen war die des Hans Sachs in den »Meistersingern«. Da Theo Adam aber auch dem anderen Dresdner Hausgott vielfach gehuldigt hat und als Baron Ochs auf Lerchenau auch im »Rosenkavalier« in unvergesslicher Weise mitgewirkt hat, somit als herausragender Wagner- und Strauss-Interpret gilt, trägt die Gedächtnis-Matinee den sprechenden Titel »Vom Sachs zum Ochs«.

Gemeinsam mit prominenten Gästen werden Künstlerinnen und Künstler der Semperoper in Wort und Musik an den großen Dresdner Sänger erinnern, der sich in seiner langen Karriere – selbstverständlich weit über Partien der beiden Richards hinaus – internationale Bekanntheit erwarb. Zu dieser Matinee werden unter anderem Persönlichkeiten wie Gwyneth Jones, Peter Schreier, Peter Emmerich, Matthias Henneberg, Andreas Scheibner und Tuuli Takala erwartet, allesamt bewundernde Weggefährten von Theo Adam. Moderiert wird dieser von musikalischen Erinnerungen geprägte Vormittag durch MDR-Kultur-Opernredakteurin Bettina Volksdorf. Für die musikalische Seite sorgen in Dresden verbliebene Mitglieder der Sächsischen Staatskapelle unter der Leitung von Johannes Wulff-Woesten.

Im Jahr 2006 hat sich der 80jährige Theo Adam als Eremit von der Bühne der Semperoper verabschiedet. Mit dieser Rolle im »Freischütz« Carl Maria von Webers begann der Künstler fast sechs Jahrzehnte zuvor seine international erfolgreiche Sängerkarriere, die ihn natürlich auch zu den Bayreuther und Salzburger Festspielen führte.

12.04.2019Kolumnen