Opern? Klasse!

Kolumnen

Opern? Klasse!

  1. Wenn irgendwo in Dresden ein Stein gesetzt werden soll, gibt es erstmal Streit. Das scheint hier ein Naturgesetz zu sein. Kein Umbau ohne Zetern, von Neubau ganz zu schweigen. Sobald irgendwo irgendwas nicht mehr so, „wie’s immer schon war“ aussehen soll, erweist sich die hehre Einwohnerschaft umgehend als ästhetisch sachkundig, historisch informiert und architektonisch gebildet.
    In ganz Dresden keine Baustelle ohne Zoff. – In ganz Dresden?
    Nun, als zwischen Wettiner Platz, hinter dem monumentalen Gebäude der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, und der seinerzeit recht unscheinbaren Schützengasse ein Konzertsaal gebaut werden sollte, erhob sich kein besserwisserisches Getöse, wurde kein Kleinkrieg entfacht – irgendwann war er einfach da und erwies sich als Schmuckstück. Wohlklingend obendrein. Das soll nun wirklich schon wieder zehn Jahre her sein?
    In der Tat, eröffnet wurde das Schmuckstück, das es nach wie vor ist, im November 2008 standesgemäß mit dem Namenspatron Weber nebst der Uraufführung von Friedrich Goldmanns »Wege Gewirr Ausblick« sowie Kompositionen von Schumann und Strauss. Viel Applaus und kein Bürgerprotest.
    Zur Feier dieses Dezenniums gibt sich heute die Opernklasse die Ehre und präsentiert ihre Gala »Opern? Klasse!« (18 Uhr). Die selbstgestellte Frage mit der schlüssigen Antwort ist Programm für die zum wenig musisch klingenden Studiengang Master Gesang Oper gehörende Opernklasse. Feierlich wettgemacht werden soll das mit Arien aus Opern von Mozart, Beethoven, Weber und Wagner sowie von Verdi, Donizetti, Moniuszko und Puccini.

02.11.2018Kolumnen