Heute abend luxt es in der Dresdner Tonne

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Heute abend luxt es in der Dresdner Tonne

Foto: Thorsten Wingenfelder

Christina Lux steht für Musik, die Tiefgang hat. Eine Kunst, die mit Gitarren und einer zarten bis rauchigen Stimme entsteht, und sich vor allem durch viel Gefühl auszeichnet. Mit einem verspielten, minimalistischen Repertoire zwischen Singer-Songwriter-Stil und frechem Folk, das stimmlich auch soulige oder fast bluesige Einfärbungen offenbart, nimmt Christina Lux ihr Publikum vor allem auf eine Reise der Imagination. Die Lieder der Kölner Musikerin ziehen den Hörer regelrecht in ihre Gedankenwelt hinein. Dabei legt sie für eine Deutsche auch in englischen Worten ein ungewöhnlich kunstvolles Songwriting vor.

 

Die Texte von Christina Lux sind nicht nur reif, sondern bringen auf den Punkt, was man sich selbst vielleicht viel zu wenig fragt. So singt sie auf dem 2012 erschienenen Album Playground: "Was wäre, wenn ich diesen Kampf aufgebe, meine Waffen abgebe?" und "Was wäre, wenn ich genau an der Stelle, wo es mich bisher immer runter gezogen hat, einfach mal hoch springe, um die Welt sehen zu lassen, was ich zu zeigen habe?".

Dabei weisen die luxigen Songs nicht nur ihre individuellen Lebenserfahrungen auf, machen die vielen Wege nachvollziehbar, die sie bereits gegangen ist – auch spürt man zwischen den Zeilen die Zeit, die Christina Lux bewusst mit tiefgehenden Gedanken verbracht hat. Ihre Reife lässt sie loslassen, die Zeit verwischen. 
 In Playground zum Beispiel lädt die Sängerin ihre Hörer mit verspielt charmanter Stimme ein, wieder in die Unbeschwertheit der eigenen Kindheit zurückzukehren. In die Zeit, in der ein Glaube daran, dass sich alles fügen wird, stärker ist als das Leiden der erwachsen gewordenen Seele: "I raise my glass to joy […]  – the playground is open – it´s never too late for a happy childhood."



Playground hat über die letzten Jahre eine große Zuhörerschaft gewonnen, und brachte der Sängerin auch eine Nominierung für den Preis der deutschen Schallplattenkritik ein. Der Song entstand nach einem Gespräch mit einem Freund im kalten Berliner Winter, als Christina Lux selbst am Suchen war. „Wir sprachen über Dinge, die sich verändern." erklärt die Sängerin im Interview. "Große Dinge im Leben, wie Kinder die aus dem Haus gehen. Und das stand mir gerade bevor, und ich wusste das. Wir haben darüber geredet, was danach kommt. Er hat mir etwas sehr schönes gesagt: You know your playground is open, just go and play! Das war für mich eine große Inspiration, dass an dem Punkt wo ich jetzt bin, sich wieder neue Dinge öffnen werden, aufgehen." und ergänzt "Playground bedeutet auch, dass ich mit neuen Werkzeugen in der Hand auf Entdeckung gehen kann, welche Dinge es jetzt zu erspielen und zu erfahren gibt." 



Das Album ist gemeinsam mit dem Dresdner Gitarristen und Perkussionisten Reentko entstanden. "Ich kannte ihn vorher noch nicht, meine Kollegin Cristin Claas hat mir nach meiner 3-jährigen Suche nach einem musikalischen Partner für das Album geholfen, als ich sie fragte, ob sie nicht jemanden kennen würde, der ein sensibles Gefühl hat für die Musik die ich mache." erläutert Christina Lux. "Er hat sich gefreut, hat mal rein gelauscht. Als wir uns dann kurz darauf getroffen hatten, fingen wir gleich an zu arbeiten. Es war von Anfang an ein Stück Nach-Hause-Kommen. Es war sehr schön, so hat alles angefangen."

Im Konzert heute spielt die Sängerin das aktuelle Repertoire ohne Reentko, wird aber von Julia Malischke (Gesang, Gitarre) als support begleitet.

12.04.2014Allgemein