Welttheatertag

Kolumnen

Welttheatertag

Heute Abend gibt es einen doppelten Auftakt: Premieren am Societaetstheater und am Staatsschauspiel Dresden. Da David Greig mit „Monster“ (nach „Eine Sommernacht“ das zweite Stück des schottischen Dramatikers auf dieser Bühne) und dort „Antigone“ des Sophokles in der Regie von Sebastian Baumgarten. Gleich morgen geht es weiter, da bringt das Societaetstheater als deutsche Erstaufführung „Fast perfekt“ der kanadischen Autorin Nicole Moeller.

Fast zeitgleich startet an der Semperoper Teil eins der Mozart-Da-Ponte-Trilogie mit „Così fan tutte“. So machen's alle? Regisseur Andreas Kriegenburg wollte und sollte eigentlich alle Opern dieser Trias inszenieren, nach jüngsten Neuplanungen soll es nun aber dieser famosen Geschichte um Liebe, Intrige und (Un-)Treue bleiben. Wer die anderen beiden Opern („Figaros Hochzeit“ und „Don Giovanni“) inszeniert, die das Autorenduo Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte genial miteinander verzapft haben? Das wird der Weltöffentlichkeit erst am Montag verraten. Dann gibt es die Jahrespressekonferenz der Sächsischen Staatsoper. Ganz gewiss darf man dann auch erfahren, wie dieses Haus ohne Hüter das 30jährige Bestehen des 1985 wiedereröffneten Hauses begeht.

So dicht wie kaum je zuvor folgt nur einen Tag später das Pressegespräch der Sächsischen Staatskapelle. Aufgrund enger Verbundenheit zum Sponsor werden Chefdirigent und Orchesterdirektor ihre Novitäten allerdings in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen verkünden.

Man muss kein Wahrsager sein, um vorauszusehen, dass es in beiden Gesprächsrunden ganz gewiss auch um eine abwesende Person gehen wird: Serge Dorny als kürzestzeitiger Beinahenachfolger im Intendantenamt wird aber weder am Montag zur Oper noch am Dienstag zur Kapelle aufschlagen. Vermutlich kommt er auch am Mittwoch nicht nach Dresden, obwohl dann ein neues Kapitel in seiner Causa aufgetan wird – freilich am Arbeitsgericht. Dort geht es dann um die eher unwahrscheinliche Aussicht auf eine gütliche Einigung nach der fristlosen Kündigung des Belgiers.

Als hätte eine kluge Dramaturgie das Zepter geführt, öffnet am selben Tag nochmal das Societaetstheater seine Pforten, denn auch da gibt es einen Pressetermin – ausgerechnet zum Flandern-Festival! Dessen Original hatte der Flame Serge Dorny ja einstens geleitet, nun werden die Spielstätte gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum der Künste ein internationales Multimedia-Festival ausrichten, das der Szene Flandern gewidmet ist. Wer hat denn hier die Fäden gezogen?!

Just zum Welttheatertag selbst ist das Societaetstheater dicht und bringt das Staatsschauspiel einen Abend mit Armin Mueller-Stahl. Die Semperoper aber widmet sich zum Richard-Strauss-Jahr dessen „Salome“. Auch die Landesbühnen Sachsen gratulieren dem Meister zum 150. Geburtstag und bringen am 30. März „Ariadne auf Naxos“ in Radebeul heraus. Regie führt Annette Jahns.

Welttheater in und um Dresden – und all diese Daten und Titel sind ganz gewiss nur eine Auswahl der zahlreichen Möglichkeiten. Jeder Tag ist Theatertag.

In diesem Sinne, bis nächsten Freitag –
 

Michael Ernst

21.03.2014Kolumnen