Kreuzchor singt erstmals Händels »Solomon«

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Kreuzchor singt erstmals Händels »Solomon«

Zum ersten Mal in seiner Geschichte singt der Dresdner Kreuzchor am 3. Oktober 2013 Georg Friedrich Händels Oratorium „Solomon“ und geht damit auch gleich zwei Tage später auf Gastspielreise zum Internationalen Brucknerfest ins österreichische Linz. Dabei dürfen sich die Kruzianer auf eine der schönsten Partien der Musikgeschichte freuen, denn die Aufgaben für den Chor sind dankbar und gehören zum Besten, was Händel je für Chor komponiert hat.

„Händels Vision von einer idealen Gesellschaft – gottesfürchtig, gerecht, humanistisch und tolerant – spiegelte damals zwar seine Dankbarkeit gegen sein neues Betätigungsfeld England wider, verschafft sich aber weit über seine Zeit hinaus Geltung. Auch in unserer Zeit sind seine Botschaften aktueller denn je“, sagt Kreuzkantor Roderich Kreile über den Hintergrund der Programmauswahl.

Händels gewaltiges Werk „Solomon“, 1748 entstanden, thematisiert gewissermaßen biografisch die göttliche Weisheit des biblischen Königs Salomon. Sein Tempelbau zu Jerusalem symbolisiert die Gottestreue des Volkes Israel. Geradezu sprichwörtlich ist die Überlieferung des Urteils von Salomon, dessen Weisheit im zweiten Teil des Oratoriums beschrieben wird. Er schlichtet den Streit zweier Nachbarinnen, die sich gegenseitig beschuldigen, ihr eigenes totes Kind einander untergeschoben und das noch lebende geraubt zu haben. Um Gerechtigkeit walten zu lassen, befiehlt der weise König zum Schein, das noch lebende Kind zu zerteilen. Eine der beiden Frauen bittet um Gnade, beweist damit ihre echte Mutterliebe und erhält ihr Kind zurück.

Mitte der vierziger Jahre des 18. Jahrhunderts gelang Georg Friedrich Händel mit seinen biblischen Oratorien der große Durchbruch. Die begeisterte Zustimmung nicht nur bei Hofe, sondern auch im Bürgertum, ergab sich nicht nur aus seiner Musik, sondern auch aus seinem untrüglichen Gespür für spannende Handlungen, die sehr der Oper ähnelten, aber inhaltlich deutlich anders gewichtet waren. Berühmt wurde Händels Oratorium aber auch durch ein ungewöhnlich deutliches Bekenntnis zur menschlichen Liebe, die der Titelheld zur legendären Königin von Saaba entdeckt und die ihrerseits Salomons Weisheit und die Pracht seines Palastes bewundert.

Als Solisten wirken die Sopranistinnen Ute Selbig und Monika Eder, die Altistin Britta Schwarz, der österreichische Tenor Virgil Hartinger und der Dresdner Bassist Georg Zeppenfeld mit. Unter der Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile spielen die Dresdner Kapellsolisten.

Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufskassen sowie an der Tageskasse ab 16 Uhr in verschiedenen Preiskategorien zwischen 8 und 44 Euro. Im Preis ist die Fahrtberechtigung im gesamten VVO-Gebiet vier Stunden vor vor Konzertbeginn bis 4 Uhr des Folgetages enthalten.

30.09.2013Allgemein