Liebeslied und Harfenklang

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Liebeslied und Harfenklang

Getuschter Kupferstich (vor 1800) (Quelle: Deutsche Fotothek)

Am Pfingstsonntag des Jahres 1963 erklangen im Roten Saal des Pillnitzer Wasserpalais kammermusikalische Töne. Hans Otto, Domorganist in Freiberg, brachte sowohl ein Cembalo der Sammlung als auch ein Orgelpositiv zum Klingen. Letzteres ist dieses Jahr nach langer Restaurierung erstmals wieder zu erleben.  Mit diesem Konzert zu Pfingsten eröffnete nicht nur das Kunstgewerbemuseum an neuem Standort seine Pforten. Es begann ebenfalls eine in Dresden einmalige Konzerttradition: seit nunmehr 50 Jahren erklingen im Wasserpalais Kammermusiken Alter Meister auf Instrumenten Alter Meister. Als einziges Dresdner Museum mit einer Sammlung historischer Musikinstrumente vermittelt es diesen Bestand nicht nur innerhalb des Ausstellungsrundgangs, sondern regelmäßig auch klingend in den Konzerten der »Musik im Wasserpalais«.

Ulrike Scobel und Astrid von Brück (Foto: Matthias Creutziger)

Besinnlichkeit und leise Töne verspricht am Sonnabend das zweite Konzert des Jubiläumsjahrgangs. Die Soloharfenistin der Sächsischen Staatskapelle Dresden, Astrid von Brück, begibt sich gemeinsam mit Ulrike Scobel auf der „Liebesgeige“ – der Viola d‘amore – auf einen Streifzug durch die Musikgeschichte. Glanzlichter setzen dabei nicht nur die australische Sopranistin Valda Wilson, sondern auch die selten zu erlebende frühe Doppelpedalharfe von Johann Andreas Stumpff. Ulrike Scobel bringt zwei etwa zweihundert Jahre alte Instrumente mit, die sich in ihrem Besitz befinden.

"Dass das Continuo von einer Harfe übernommen wird, ist schon ungewöhnlich", sagt Ulrike Scobel; "aber die Kombination von Sopran, Viola und Harfe ist richtig selten!" Der Ausgangspunkt ihres Programms seien drei Preludes von Henri Casadesus gewesen, die ausgewiesene Originalkompositionen für diese ausgefallene Besetzung sind, so die Musikerin. Selten zu hören sind aber auch Händel-Arien wie "Süsse Stille" oder "Süsser Blumen Ambraflocken" und weitere Kompositionen des versierten Bratschers Attilio Ariosti (1666-1729) oder dem Konzertmeister der Mannheimer Hofkapelle, Giovanni Toeschi (ca. 1740-1800).

Engelbrecht, Martin: "Ortskatalog zur Kunst und Architektur" (um 1730). Quelle: Deutsche Fotothek

Noch ein Ausblick gefällig? Im Jubiläums-Festkonzert am Sonntag, dem 22. September, wird die langjährige enge Verbundenheit des Kunstgewerbemuseums mit der Sächsischen Staatskapelle stellvertretend durch das Kapell-Ensemble »Cappella Musica« vor Augen und zu Ohren geführt. Solotrompeter Peter Lohse lässt eine der silbernen Trompeten vom Hofe des KurfürstKönigs August III., dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 250. Male jährt, erklingen. Im letzten Konzert des Jahres wird dann die Rückkehr der restaurierten und rekonstruierten Orgel gefeiert. Restauratoren und Orgelfachleute werden in kurzen Vorträgen unter anderem von einer überraschenden Neuzuschreibung des Instruments berichten, aber auch von der anspruchsvollen Restaurierung. Der Dresdner Organist Jan Katzschke stellt die Orgel klanglich vor und führt gemeinsam mit Musikerkollegen in den Kosmos der Dresdner Musik des 18. Jahrhunderts ein.

Einige Textausschnitte sind aus dem Jahresprogramm der Reihe übernommen.

Nächstes Konzert am 14. September 2013, 17 Uhr

13.09.2013Allgemein