Licht aus am Kulturbetrieb

Kolumnen

Licht aus am Kulturbetrieb

Man nehme EU-Bürokraten als Regulierer, und das Chaos ist perfekt. Regulatoren ohne Uhrwerk können nicht halbsoviel durcheinanderbringen wie die teuren Hüter des Kontinents in Brüssel und Strasbourg. Ein Beispiel gefällig? Bitteschön: Die gute, alte Glühlampe.

Wenn es nach der großen Eingreiftruppe der Europäischen Union geht, hat deren warmes Licht längst ausgestrahlt. Die Kontinentalbewohner sonnen sich fortan in der weißen Kühle von Energiesparlampen. Mit den im Laufe der Jahre eingesparten Energiekosten bezahlen sie die sogenannte Energiewende oder, noch so ein Beispiel, kaufen sich ein SUV. Hat inzwischen jeder Automobilproduzent, der was auf sich hält, in seinem Angebot. Ist besonders beliebt bei jungen Muttis, die damit sämtliche Randgebiete von guten Kindergärten und Privatschulen flächendeckend zuparken. Unter zwei Tonnen Fahrzeugmasse ist so ein Vehikel kaum zu haben, dafür sind Materialverbrauch (Stahl, Blech, dicke Reifen und Innenausstattung) sowie Treibstoffdurst etwa doppelt so hoch wie bei kleineren Wagen.

Aber zurück zur Beleuchtung: Lampen können durchaus erhellend sein. Morgen Abend sollen sie dies eine Stunde lang sogar im abgeschalteten Zustand tun. Um den Menschen und Mitmenschen ins Bewusstsein zu rufen, dass Licht in der Nacht auch Energie kostet. Die jährliche WWF Earth Hour verbindet tausende Städte rings um den Globus mit dieser Zeichensetzung.

Während sich in Leipzig das Opernhaus und die Musikalische Komödie an dieser Aktion beteiligen, würde die Sächsische Staatsoper Dresden damit die Sicherheit ihrer Besucher gefährden. Der Effekt ist derselbe – innen wird getanzt, gesungen und musiziert, da braucht man gut dimmbares Licht und keine EU-Sparvorleger.

Und ob den Gebäuden von außen nun eine Stunde mehr oder weniger lang Strahlkraft verliehen wird, spielt auch keine Rolle. Denn nicht nur die Stadtsilhouetten tauchen nachts in teure Illumination, bei sogenannten Shopping Malls fragt erst niemand, was das soll. Augen zu und durch? Oder doch nochmal nachdenken?

Dann geht uns ein Licht auf, vielleicht.

22.03.2013Kolumnen