Drei Kirchen – drei Orgeln – drei Organisten

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Drei Kirchen – drei Orgeln – drei Organisten

Die Vielfalt der Orgelmusik zu präsentieren und in den drei sehr unterschiedlichen Kirchräumen erlebbar zu machen, ist erklärtes Ziel des Dresdner Orgelzyklus. Gemeinsam haben Frauenkirchenorganist Samuel Kummer, Domorganist Thomas Lennartz und Kreuzorganist Holger Gehring in diesem Jahr insgesamt 43 Konzerte geplant, die jeweils eine ganz besondere Handschrift tragen werden. Von Februar bis Dezember werden 31 Organisten zu erleben sein, darunter 11 internationale Gäste u.a. aus Lettland, Norwegen, Österreich, Frankreich und den USA.

Fotos: Martin Morgenstern

Zum Auftakt des 2012er Zyklus’ sind die Besucher in die Frauenkirche eingeladen. Dann wartet Frauenkirchenorganist Kummer rein mit Werken von Komponisten auf, die vor der Zeit Johann Sebastian Bachs wirkten. Besonderer Fokus liegt auf John Bull und Jan Pieterszoon Sweelinck, deren Geburtstage sich 2012 zum 450. Mal jähren sowie auf Juan Bautisata Jose Cabanilles, dessen Todestag 300 Jahre zurück liegt. Ihre Werke werden auf der modernen Kern-Orgel eine ganz eigene Klangsprache erhalten. „Für mich als Organisten liegt eine ungemeine Faszination in der Begegnung von Alter Musik und neuem Instrument“, so Kummer. „Ich hoffe, dass sich diese auf das Publikum überträgt.“ Weitere Höhepunkte im wieder aufgebauten Gotteshaus werden u.a. die Konzerte von Aivars Kalejs im März und Sara Gerber im Oktober sein.

„Auch auf die Konzerte in der Kreuzkirche darf man gespannt sein“, kündigt Kreuzorganist Holger Gehring an. Nicht nur, dass alle unter einem Motto stehen werden, es wird auch eine neue Reihe mit dem Titel „Das Komponistenportrait“ geben. Bei diesen Konzerten werden Zeitzeugen großer Komponisten ausgesuchte Werke zu Gehör bringen bzw. die Komponisten selbst anwesend sein. So darf sich das Publikum bspw. im März auf Almut Rößler freuen, die als ausgesprochene Messiaen-Kennerin und Schülerin des französischen Neuromantikers gilt. Jedem Zeitzeugen-Konzert wird ein Einführungsvortrag vorangestellt. „Außerdem betreten wir im Oktober Neuland, wenn die multimediale Klangcollage „blue chant“ bisher Ungehörtes und Ungesehenes bietet“, verrät Gehring. Die Collage für Orgel, Stimmen, Electronics und elektrische Instrumente wird unter Einsatz von Lichtgrafik- und Video-Projektion zu einer eindrucksvollen Licht-Klang-Installation.

An der imposanten Orgel der Kathedrale, der größten Orgel Gottfried Silbermanns, werden sowohl alte wie auch neuere Klänge zu hören sein. „Obwohl die Silbermannorgel unserer Kathedrale eigentlich eine barocke Orgel ist, lässt sie eine große stilistische Bandbreite zu. Wir freuen uns, dass wir dadurch die Möglichkeit haben, in unseren Programmen eine große Vielfalt anzubieten, so dass in den Konzerten barocke und romantische, aber auch Werke der frühen Moderne zu erleben sein werden“, erklärt Domorganist Thomas Lennartz.

Zehn Konzerte in der Zeit von Juli bis September des Orgelzyklus sind den Internationalen Dresdner Orgelwochen vorbehalten, die traditionell renommierte Organisten aus anderen Ländern nach Dresden führen. In diesem Jahr werden u.a. Stephen Tharp aus New York, Peter Planyavsky aus Wien, Ben van Oosten aus Den Haag und Pavel Černý aus Prag zu erleben sein, die insbesondere mit Werken aus ihren Heimatländern aufwarten werden.

 

Die kommenden Konzerte im Überblick:

Mittwoch | 8. Februar | 20 Uhr
Werke von John Bull, Jan Pieterszoon Sweelinck,
Juan Bautista Jose Cabanilles und Dieterich Buxtehude
Orgel: Frauenkirchenorganist Samuel Kummer

Mittwoch | 15. Februar | 20 Uhr
Jubilare 2012
Werke von Giovanni Gabrieli, Jan Pieterszon Sweelinck, John Stanlay und Leon Boëllmann
Orgel: Kreuzorganist Holger Gehring (Dresden)

Mittwoch | 22. Februar | 20 Uhr
Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn
Bartholdy und Josef Gabriel Rheinberger
Orgel: Frauenkirchenkantor Matthias Grünert

Mittwoch | 29. Februar | 20 Uhr
Werke von Johann Sebastian Bach, Theodor Grünberger
Und Christian Heinrich Rinck sowie Improvisationen
Orgel: Domorganist Hans-Jürgen Kaiser (Fulda)

Mittwoch | 7. März | 20 Uhr
Das Komponistenportrait – Zeitzeugen I
Werke von Johann Sebastian Bach, André Jolivet und Olivier Messiaen
Orgel: Almut Rößler (Düsseldorf)
19.15 Uhr Einführungsvortrag

Mittwoch | 14. März | 20 Uhr
Werke von Johann Sebastian Bach, Claude Debussy,
Léon Boëllmann und Aivars Kalejs
Orgel: Aivars Kalejs, Riga (Lettland)

02.02.2012Allgemein