Jazz, Folk, Country, Pop – und ein Türkischer Marsch

Rezensionen

Jazz, Folk, Country, Pop – und ein Türkischer Marsch

Als Gitarrengott angekündigt, hatte Tommy Emmanuel von Anfang an hohe Erwartung zu erfüllen. Diese aber meisterte er mit einer Leichtigkeit, mit der er auch seine Gitarre bespielte. Oder sollte man lieber Schlagzeug-Bass-Gitarre sagen? Denn hätte man nicht gesehen, dass nur ein Mann mit Gitarre auf der Bühne steht, hätte man locker von drei Musikern ausgehen können. Fingerstyle schien das normalste von der Welt für Emmanuel zu sein, deswegen versuchte er sich immer wieder zu überbieten und faszinierte das Publikum. Seine Gitarre erinnerte zwischenzeitlich an ein orientalisches Perkussionsinstrument und das Kopf-an-Mikrofon-Kicken rief nicht nur ein extravaganten Basston hervor, sondern auch herzliches Gelächter und Jubelrufe aus dem Publikum.

 

Das wippte ab dem ersten Lied in Takt mit und war fasziniert von der Leidenschaft und Lebensfreude, die Tommy Emmanuel neben seinem brillanten Gitarrenspiel bot. Genretechnische überwog bei diesem Auftritt natürlich der Jazz, auch wenn Folk, Country, Pop und auch mit Mozarts »Türkischer Marsch« Klassik Einzug hielt. Letzteren spielte er mit dem Joscho Stephan Trio, welches gestern seinen Auftritt bei den Jazztagen hatte, und als Überraschungsgast angekündigt wurde.

Emmanuel mit Überraschungsgästen (Fotos: Maria Funk)

Trotz atemberaubender Geschwindigkeit, war Tommy Emmanuel der gemeinsam gespielte Marsch immer noch »too slow«, so dass er es noch einmal anstimmte und es mit Joscho Stephan, der am Ende ziemlich aus der Puste schien, in der Hälfte der Zeit spielte.

Ruhige und sentimentale Momente, die vor allem zum Träumen einluden, gab es bei den Liedern »Angelina« und »The Duke«. Viel von Emmanuel selbst steckte in diesen Liedern, ebenso bei der Hommage an sein Idol Chet Atkin merkte man, dass Emmanuel nie die kindliche Freude am Musizieren verloren hat.

Emmanuel verstand sich aufs Beste mit Anekdoten und Charme durch den Abend zu führen. Der Applaus zwischen und währen der Songs erreichte zum Schluss seinen Höhepunkt, und Emmanuel wurde mit einer Standing Ovation gewürdigt. Mit zwei Zugaben bedankte er sich wiederum beim Publikum.

16.11.2011Rezensionen