Roderich Kreile mahnt: Atomare Katastrophe „von Menschen gemacht“

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Roderich Kreile mahnt: Atomare Katastrophe „von Menschen gemacht“

Das Semperoper Ballett, dem allein sechs japanische Tänzerinnen angehören, widmet die Aufführung "Drei Farben Weiß" am Freitag, dem 18. März, den Menschen und den Opfern in Japan. "Mit großer Sorge und Erschütterung verfolgen wir gemeinsam mit unseren Tänzerinnen die Bilder und Berichte, die uns derzeit aus Japan erreichen. Unsere Gedanken und Gefühle sind mit ihnen, ihren Familien und allen Menschen in ihrer Heimat", so die Company.

Im Angesicht der schrecklichen Ereignisse in Japan hat sich auch Kreuzkantor Kreile entschlossen, den Konzertkalender des Dresdner Kreuzchores abzuändern. Am 26. März wird der Chor um 17 Uhr in der Kreuzkirche zu Dresden der Katastrophenopfer in Japan gedenken.

Die atomare Katastrophe resultierte auch aus einer "fatalen Selbstüberschätzung" (Foto: PR)

Dem japanischen Botschafter Takahiro Shinyo drückte Kreile in einem Kondolenzschreiben sein Beileid für die Opfer der Katastrophe aus: "Es ist unfassbar, welch unheimliches Leid das japanische Volk derzeit erdulden muss und, wie zu befürchten ist, noch weiterhin wird erdulden müssen." Die Gedanken des gesamten Chores würden in besonderer Weise den Menschen in Japan gelten, deren Gastfreundschaft er im Zuge seiner Tourneen mehrfach genießen durfte. Die letzte hatte erst im Dezember 2010 ihren Abschluss gefunden: "Es ist etwas ganz anderes, wenn man in der Stadt, deren Zerstörung man im Fernsehen mitansehen muss, selbst konzertiert hat", sagte der sichtlich erschütterte Kreuzkantor. "Mit unserer Vesper wollen wir besonders mahnen, dass die atomare Katastrophe im Gegensatz zu Erdbeben und Tsunami von Menschen gemacht ist. Es handelt sich bei dieser Tragödie also auch um eine fatale Selbstüberschätzung, die Natur beherrschen zu können."

Die Dresdner Philharmonie, mit der der Dresdner Kreuzchor in den vergangenen Jahren sieben Mal in Asien gastierte, hat sich spontan bereiterklärt, an der "Vesper der Besinnung" mitzuwirken. Es erklingt die Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis" BWV 21 von Johann Sebastian Bach, die ebenfalls mehrfach in Japan erklang.

Foto: Matthias Creutziger

Auch der Staatsopernchor gibt für die Erdbebenopfer ein Benefizkonzert. Am Donnerstag, 7. April um 19 Uhr singt der Chor der Semperoper Dresden im Alten Schlachthof in der Gothaer Str. 11, 01097 Dresden unter seinem Leiter Pablo Assante berühmte Opernchor-Werke, unter anderem von Richard Wagner, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Georges Bizet und Albert Lortzing. Am Klavier begleiten Christof Bauer und Christoph Heinig. Der Eintritt ist frei. Spenden werden im Anschluss an das Konzert erbeten, und kommen direkt den Katastrophenopfern zugute.

18.03.2011Allgemein