„The numbers all go to eleven!“

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„The numbers all go to eleven!“

Für Dresdner Musiker wird es zunehmend schwieriger, ihr Hobby in passender Umgebung auszuleben. Geeignete Proberäume sind häufig schlecht ausgestattet, viel zu weit entfernt oder fehlen völlig. Mit der Eröffnung des Bandhauses „Volume 11“  im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt wollen Moritz Hasselgruber und Nils Burchartz dieser Situation Abhilfe schaffen.

Die beiden Musiker der Band "The Dots" wollen engagierten Kollegen mit einem für Dresden völlig einzigartigen Konzept neue Chancen zur Verwirklichung ihres Hobbys eröffnen. Nachdem die beiden jungen Unternehmer Anfang 2010 eine Onlineumfrage unter Dresdner Bands mit über 150 Teilnehmern zum Bedarf an Proberäumen durchgeführt haben, sind sie zum Entschluss gekommen, dass nur Eigeninitiative dem Missstand der Infrastruktur innerhalb der Musikszene Abhilfe schaffen kann.

Hereinspaziert, Herrschaften: Hier gehen alle Amps bis zur Nummer "11" (Foto: PR)

Deshalb wurde von ihnen „Volume 11“ in einem ehemaligen Gebäude der Deutschen Post in der Löbtauerstraße gegründet. Bands und Einzelmusiker finden dort vollausgestattete Proberäume mit Gesangsanlagen, Bass- und Gitarrenverstärkern sowie kompletten Schlagzeugsets vor. Die Räume können von Musikern stundenweise gemietet werden. Sie brauchen zur optimalen Umsetzung ihrer musikalischen Pläne lediglich ihre Instrumente mitzubringen. Die Buchung bzw. Reservierung kann bequem per Internet oder Telefon durchgeführt werden. Momentan gibt es sieben Räume in verschiedenen Größen von 9 bis 35 m². Perspektivisch können weitere fünf Räume zu Verfügung gestellt werden, was nach Aussage von Moritz Hasselgruber lediglich von der zukünftigen Resonanz auf ihr Projekt abhängt.

Außerdem planen die Betreiber die Eröffnung eines hauseigenen Tonstudios im Sommer 2011. Damit soll neben dem alltäglichen Bandbetrieb auch die Aufnahme von der ersten Demo-CD bis hin zum kompletten Album im semi-professionellen, aber auch preiswerten Rahmen möglich werden. Dazu Nils Burchartz: „Uns kommt es vor allem darauf an, dass wir hier eine Lücke zwischen "Garagen-" und Berufsmusikern schließen können. Außerdem wollen wir für diejenigen eine Plattform bilden und Ansprechpartner sein, die den Schritt ins fortgeschrittene Musikerleben wagen wollen.“ Neben der räumlichen Vielfalt bietet „Volume 11“ aber auch noch genug Platz um zu entspannen und neue Kontakte zu knüpfen. Neben einigen Sitzgelegenheiten in den Proberäumen haben Nils und Moritz zusätzlich einen großen Aufenthaltsraum geschaffen, in dem sich die Musiker treffen und austauschen können.

Aus der Sicht von Dresdner Musikern lässt sich sagen, dass hier eine brauchbare Alternative zur herkömmlichen Proberaumnutzung entstanden ist. Einerseits können die Räumlichkeiten unter kompetenter Anleitung effektiv genutzt werden. Andererseits finden hier Musiker aller Stilrichtungen und Erfahrungsstufen gutes Equipment in einer angehnehmen Atmosphäre vor. Durch die stundenweise Vermietung der voll ausgestatteten Räume kann der hohe Bedarf an Proberäumen im Raum Dresden effektiv abgedeckt werden. Für junge Bands, die gerade erst mit dem Musikmachen begonnen haben, für Bands ohne eigenes Equipment oder für Projekte, die ihre endgültige Zusammensetzung noch nicht gefunden haben und experimentieren wollen, bietet sich hier eine Günstige Gelegenheit, unkompliziert drauf los zu spielen. 

www.volume11.de

 

Autor: Matthias Stiebing

Der Text entstand im Rahmen des Workshops »Musikkritik« am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden.

16.02.2011Features