Alfred Brendels zweite Karriere hat begonnen

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Alfred Brendels zweite Karriere hat begonnen

Die Musikwelt hat es zutiefst bedauert, als sich Alfred Brendel im Dezember 2008 vom Konzertpodium zurückgezogen hat. Umso mehr widmet er sich in der Zwischenzeit seiner zweiten großen Leidenschaft, dem Schreiben und Rezitieren. Die Staatskapelle würdigt den Musiker nun mit einer Projektwoche.
 

Die Kapellmusiker zollen ihrem Solisten Beifall – eine Aufnahme aus dem Jahr 1997 (Foto: Erwin Döring)

Unter der Leitung von Sir Charles Mackerras gab Brendel am 18. Dezember vergangenen Jahres im Wiener Musikverein mit den Wiener Philharmonikern sein von Jubel und Wehmut begleitetes Abschiedskonzert. Auf dem Programm stand – wie könnte es anders sein – ein Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Wie wohl nur wenige andere seiner Kollegen hat Brendel in seiner einzigartigen Karriere Stil prägende Interpretationen der Musikwelt hinterlassen. Vor allem mit den Werken der Wiener Klassik wird sein Name für immer in enger Verbindung bleiben.
 
Der Künstler Alfred Brendel bleibt seinen vielen Fans aber auch in Zukunft erhalten, da er sich nun noch intensiver dem Schreiben und Rezitieren widmen kann, als dies in den vergangenen Jahren möglich war. Und so ist er im Februar 2010 mit einem von der Sächsischen Staatskapelle ausgerichteten «Alfred-Brendel-Projekt» dreimal exklusiv in Dresden zu erleben: in einem Vortrag, einer Lesung und einem Podiumsgespräch.

Dabei wird die ganze Stadt mit einbezogen, neben der Semperoper finden die Veranstaltungen in der Musikhochschule und der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen statt. Den Auftakt macht am 2. Februar ein Vortrag in der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Alfred Brendel beleuchtet dabei die «Licht- und Schattenseiten der Interpretation» und veranschaulicht diese mit Beispielen am Klavier. Am Tag darauf darf sich das Publikum auf Kostproben aus humorvollen und teils auch skurrilen Gedichten Brendels freuen, die er im Rundfoyer der Semperoper rezitieren wird – umrahmt von Kammermusik mit Musikern der Staatskapelle.
 
Am 5. Februar diskutieren dann Alfred Brendel, sein Sohn Adrian sowie Dieter Bartetzko (Architekturkritiker der FAZ) über die «Architektur der Klänge». Einen adäquaten Raum hierfür bietet die Gläserne Manufaktur von Volkswagen, als Moderator für diese Veranstaltung konnte Wolfgang Sandner, langjähriger Musikkritiker der FAZ, gewonnen werden. Das musikalische Finale im Anschluss an die Diskussion bestreiten erneut Adrian Brendel (Violoncello) und Musiker der Staatskapelle mit einem gemeinsamen Kammerkonzert.

Alfred-Brendel-Projekt

Licht- und Schattenseiten der Interpretation
Dienstag, 2. Februar 2010, 18 Uhr
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber / Konzertsaal
Alfred Brendel, Vortrag und Demonstration

 

 
Spiegelbild und schwarzer Spuk
Mittwoch, 3. Februar 2010, 20 Uhr
Semperoper / Rundfoyer
Alfred Brendel liest aus eigenen Gedichten.
Dazu Kammermusik mit Adrian Brendel (Violoncello) und
Musikern der Sächsischen Staatskapelle Dresden

 

Von der Architektur der Klänge
Freitag, 5. Februar 2010, 19 Uhr
Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen
Podiumsgespräch mit Alfred Brendel, Adrian Brendel und Dieter Bartetzko
Wolfgang Sandner, Moderation
Im Anschluss Kammerkonzert mit Adrian Brendel und
Musikern der Sächsischen Staatskapelle Dresden

02.02.2010Allgemein