Premiere für STERN akustisch-Album in der Staatsoperette

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Premiere für STERN akustisch-Album in der Staatsoperette

“Jeder macht, was er will und was er kann” (Foto: Kathrin Neugebauer)

Ein weiter und streckenweise unerfreulicher Weg musste zurückgelegt werden, bis das Akustik-Album „Wir sind die Sonne“ (Buschfunk) produziert und am 7. März erstmals live

vorgestellt werden konnte. In Dresden, wo die Stern-Meißen-Wurzeln liegen.

Die Stern Combo Meißen, später nur Stern Meißen, feiert in diesem Jahr ihr 45. Bühnenjubiläum. Dass es mit Stern Meißen und STERN akustisch nun zwei verschiedene Gruppen gibt, ist internen Zerwürfnissen geschuldet, die hier nicht erörtert werden sollen. (In der März-Ausgabe der Melodie & Rhythmus findet sich dazu ein ausführliches Interview).

STERN akustisch adaptiert Songs aus 45 Jahren Stern Meißen. Adaptionen liegen in der Tradition der Band. Doch die bei einer Jamsession entstandene Idee, die besten Songs in eine akustische Version zu adaptieren, sie auf ihren musikalischen Ursprung zu reduzieren und somit Neues zu kreieren, verfolgten nur Sänger Ralf Schmidt, bekannt als IC Falkenberg, Schlagzeuger Michael Behm, Bassist Alexander Procop, Pianist Frank Nicolovius und Gitarrist Michael Lehrmann konsequent.

Der weite Weg ist demnach nicht zufällig das erste Lied am Abend und auf der CD. Von Melancholie und Trauer jedoch keine Spur. Spielfreude pur. Überraschungen inklusive. Was fang ich an kommt als lockerflockiges, an spanische Klänge erinnerndes, Stück daher. Mit Du komm her wurde „eine kleine Perle ausgegraben“, so IC Falkenberg, die völlig zu Unrecht wenig gespielt wird. Als Michael Behm vom Schlagzeug ans Mikrofon wechselt und nur vom Piano begleitet Was bleibt ansingt, ist nach wenigen Takten bewiesen: „In dieser Band darf jeder machen, was er will und was er kann.“ Langer Zwischenbeifall. Die Sage, gesungen von Micha Behm und begleitet von Alex Procop am Kontrabass, verursacht Gänsehaut. Noch ergreifender das lange nicht gehörte Schnee und Erde, eine Komposition von Andreas Bicking. Eine Nacht hat sich unverhofft in einen Swing verwandelt – das Publikum steigt begeistert ein und klatscht, bevor der erste Ton gesungen wird.

Nach der Pause folgen Ich bin frei, Stundenschlag, im wahrsten Sinn des Wortes rhythmisch par excellence, Nächte und Schönheit – „alle aus der Abteilung Lieder, die uns Spaß machen“, lacht Sänger IC Falkenberg. Betonen muss er das nicht. Dass die STERN akustisch-Männer Vollblutmusiker und absolute Profis sind, sieht man und hört man. Sie schaffen es, sogar oft gehörte Songs so zu spielen, dass sie nicht nur als Ohrwurmpotenzial taugen, sondern auch die Texte völlig neue Wertigkeit und Aha-Effekte entwickeln. Bei Kampf um den Südpol, einem Text von Reinhard Fißler, oder Was soll aus mir werden, dem ersten, akustisch adaptierten Lied, wird das besonders deutlich. Mit Wir sind die Sonne beschließen die STERN-Akustiker einen grandiosen Abend. Standing Ovations.

Erst nach drei Zugaben entlässt das Publikum die Band. Der ganze Saal singt: „…und wir wissen genau, das muss es jetzt wohl sein…“, aus Taufrisch, eine spontane Premiere in der Premiere. Wie oft das Lied noch mit Gästechor gesungen werden kann, ist ungewiss. Das Projekt STERN akustisch darf vorerst nur bis 31. Dezember 2009 Konzerte geben.

Dagmar Möbius

09.03.2009Allgemein