Lutz Vogel präsentiert dem Stadtrat eine Vorlage über den Umbau des Kulturpalastes

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Lutz Vogel präsentiert dem Stadtrat eine Vorlage über den Umbau des Kulturpalastes

Vertrackte Planung… (Quelle: Hochbauamt)

Der amtierende Oberbürgermeister Dr. Lutz Vogel hat dem Stadtrat am Montag eine umfassende Vorlage über die Sanierung und den Umbau des Dresdner Kulturpalastes vorgelegt. Unter der Leitung von Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann

entwickelte das Hochbauamt eine Konzeption und erstellte eine erste umfassende Kostenanalyse. »Musik in Dresden« dokumentiert Auszüge aus der Pressemeldung der Landeshauptstadt.

Wie soll der Kulturpalast künftig genutzt werden?

Die Planungen der Stadt sehen den Umbau des großen Festsaales im Kulturpalast als Konzertsaal für philharmonische Konzerte vor. Der Saal wird auf 1800 Plätze verkleinert, dafür aber höchsten internationalen Ansprüchen an Akustik und Ausstattung gerecht werden. „Die heutige Saalgröße mit ihrer Mischnutzung bedeutete für die Philharmonie, immer Abstriche bei der Qualität machen zu müssen”, so Vogel. „Mit der neuen Planung wird der Saal auch den Ansprüchen internationaler Spitzenorchester gerecht.” Dies bedeutet aber nicht, dass künftig keine Unterhaltungsmusik im „Kulti” gespielt wird. Das neue Nutzungskonzept sieht für Veranstaltungen außerhalb der philharmonischen Konzerte ca. 28 Prozent vor. Für Kongresse wird der Kulturpalast aus infrastrukturellen Gründen aber kaum nutzbar sein, für einmalige Shows und Events aber allemal.

Die zweite Hauptnutzung des „Kulti” soll die neue städtische Zentralbibliothek sein. Vogel: „Die städtischen Bibliotheken sind in ihrer Qualität einzigartig in Deutschland. Mit der zentralen Unterbringung in der Stadtmitte werden sie weiter an Zuspruch gewinnen. Das dezentrale Netz in den Stadteilen wird aber unberührt bleiben.” Der Hauptnutzungszweck wird durch kleinteilige Angebote privatwirtschaftlicher Nutzungen unterstützt und vertieft. Die publikumsbezogenen Erdgeschosszonen werden darauf ausgerichtet, eine großzügige Öffnung des Kulturpalastes zu den umliegenden Stadträumen zwischen Altmarkt und Neumarkt zu schaffen. Eine speziell musisch ausgerichtete gastronomische Einrichtung und eine Bistro-Lounge mit dem zentralen Ticketverkauf in der Schloßstraße, das bereits 2006 fertig gestellte „Besucherzentrum” der Stiftung Frauenkirche in der Galeriestraße, zentrale Küche und Catering sowie das traditionsreiche Dresdner Kabarett „Die Herkuleskeule” tragen diesem Anliegen Rechnung. Vogel: „Die Gespräche mit der Herkuleskeule laufen noch, das Interesse ist aber da.”

Wie hoch sind die Kosten?

Ingesamt rechnet die Stadt mit einer Investition in Höhe von 65 Millionen Euro. Beschließt der Stadtrat die jetzt vorliegende Konzeption, könnte die Stadt aber Fördermittel in Höhe von 29,2 Millionen Euro erwarten. Das Projekt „Kulturpalast” wird dazu in das Fördergebiet Dresdner Neumarkt aufgenommen. Anfang 2006 erfolgten erste vorklärende Abstimmungen mit dem Regierungspräsidium Dresden (RP), dem Sächsischen Staatsministerium des Inneren (SMI) und der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Im Ergebnis wurde die grundsätzliche Zuwendungsfähigkeit im Rahmen des Bund-Länder-Programms (SEP) für den Erhalt der Gemeinbedarfseinrichtung Kulturpalast bestätigt. Im Zuge der Erarbeitung der Nutzungskonzeption erfolgten 2007 kontinuierliche Arbeitsgespräche mit dem SMI und der SAB zu Nutzungszielen, Kosten, Durchführungszeiten und den förderrechtlichen Rahmenbedingungen. Anfang 2008 wurden die Unterlagen zur Nutzungskonzeption einschließlich der darauf bezogenen, Kostenerstattungsberechnung (KEB) konkretisiert. Dieser Abstimmungsprozess muss fortgesetzt werden. Die letztendliche Entscheidung über die Fördermittel hat das SMI. „Durch die Möglichkeit, Fördermittel vom Freistaat Sachsen zu erhalten, hat die Stadt die einmalige Chance mit einem Eigenanteil von 35,8 Mio. Euro den Kulturpalast so zu sanieren, dass er finanzpolitische und kulturpolitische Ziele unter einen Hut bringt”, sagt Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann.

Wäre ein kompletter Neubau nicht günstiger?

Ein kompletter Neubau mit den gleichen Flächen und der gleichen Nutzung wie jetzt im Kulturpalast würde nach ersten Schätzungen rund 104 Mio. Euro kosten.

Wann wird gebaut?

Die vorliegende Konzeption sieht vor, mit dem Bau im Jahre 2011 zu beginnen. Die Fertigstellung ist für 2014 geplant. Vorjohann: „Zum einen erfordert gerade der philharmonische Saal eine sehr genaue Vorplanung. Dies ist mit zwei Federstrichen nicht getan, eine enge Abstimmung aller Beteiligten ist nötig. Zum anderen sind wir durch die Vergabeordnung an bestimmte Ausschreibungsfristen gebunden, die einen schnelleren Baubeginn sehr unwahrscheinlich machen.”

Wo spielt die Philharmonie während der Schließung?

„Wir werden sehr intensiv über Alternativstandorte wie z. B. in der Kreuzkirche sprechen müssen”, sagt Dr. Lutz Vogel. „Aber die Philharmonie ist zu Einschränkungen bereit, wenn im Ergebnis ein so hochwertiger Konzertsaal und damit endlich die langersehnte Heimat für das städtische Orchester kommt.”

Welches sind die nächsten Schritte?

Sollte der Stadtrat sich für die vorliegende Konzeption entscheiden, werden die ersten Planungsleistungen ausgeschrieben. Der Stadtrat entscheidet dann voraussichtlich im August 2009 über die konkrete Raumplanung und ggf. über verschiedene bauliche Varianten. Weiter wird dann das konkrete Budget festgelegt. Im Mai 2010 werden dann alle Facetten der Baumaßnahme feststehen und dem Stadtrat zur abschließenden Entscheidung vorgelegt. Dieser Planungsstand ist dann die Grundlage für die Entscheidung über die Fördermittel.

17.03.2008Allgemein